Priester Matthias Fröse: „Nichts in unserem Leben ist verloren“
Priester Matthias Fröse während seiner Predigt über das Evangelium vom Oberzöllner Zachäus. Foto Screenshot YouTube
Am Sonntag nach Theophanie, dem 25. Januar 2026, sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz (ROK) in der Außenstelle Meisenheim über das Evangelium vom Oberzöllner Zachäus. Im Mittelpunkt der Predigt standen die innere Sehnsucht des Menschen, die richtige Einordnung von Besitz und Verantwortung sowie die Hoffnung, dass Christus das Leben nicht verwirft, sondern neu ausrichtet. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.
Ausgangspunkt der Predigt war die Feststellung, dass das Evangelium nicht von einem Gescheiterten erzählt, sondern von einem äußerlich erfolgreichen Menschen. Zachäus (Lk 19,1–10) sei abgesichert, einflussreich und organisiert, leide jedoch unter innerer Leere und Isolation. Geld und Besitz, so der Geistliche, seien nicht böse, könnten aber nicht tragen, was nur Gott tragen könne. Die Sehnsucht des Zachäus sei daher kein Zeichen des Versagens, sondern Ausdruck eines lebendigen Herzens.
Der Aufstieg des Zachäus auf den Baum wurde als Moment der Ehrlichkeit und Selbsterkenntnis gedeutet. Dort begegne ihm Christus unerwartet, bleibe stehen und rufe ihn beim Namen – nicht als Zöllner oder Reichen, sondern als Menschen. Mit den Worten „Heute muss ich in deinem Haus einkehren“ trete Christus in das Leben des Zachäus ein, so wie es ist, mit all seiner Geschichte, Verantwortung und seinem Besitz.
Aus dieser Begegnung heraus erkenne Zachäus seinen Besitz neu: nicht als Lebenssinn, sondern als Werkzeug. In Anlehnung an den heiligen Johannes Chrysostomos betonte Priester Matthias Fröse, Geld dürfe nicht Herr, sondern müsse Dienstmittel sein. Zachäus werfe seinen Reichtum nicht weg und ziehe sich nicht aus der Verantwortung zurück, sondern ordne alles neu, indem er zurückgibt und teilt. Diese Neuordnung sei kein Verlust, sondern Befreiung.
Abschließend weitete der Priester den Blick auf die Kirche als Leib Christi, wie ihn der Apostel Paulus beschreibt. Jeder habe darin eine Aufgabe, sichtbar oder verborgen, und niemand trage allein. Auch der priesterliche Dienst sei auf das stille Mittragen der Gemeinde angewiesen. Der Weg des Zachäus stehe damit für einen reifen Glauben: nichts im Leben sei verloren, wenn es Christus übergeben werde. Wo alles neu ausgerichtet werde, entstehe Hoffnung – und genau darin liege Evangelium und Kirche.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzbischof Tichon am Sonntag nach Theophanie zur Umkehr aufrief.
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