Patriarch Daniel: Gottes Güte verändert den Menschen, nicht die Strafe
Patriarch Daniel bei der Predigt in der Kapelle des Heiligen Großmärtyrers Georg in der Patriarchalischen Residenz in Bukarest. Foto: Patriarchat
In seiner Predigt am 25. Januar 2026 hat Patriarch Daniel, Oberhaupt der Rumänisch-Orthodoxen Kirche, betont, dass Gott die Herzen der Menschen nicht durch Strafen oder Drohungen, sondern durch seine überwältigende Güte und Barmherzigkeit verwandeln will. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.
Ausgehend von der Evangelienlesung des 32. Sonntags nach Pfingsten (Lk 19,1–10) erläuterte Patriarch Daniel in der historischen Kapelle des Heiligen Großmärtyrers Georg in der Patriarchalischen Residenz, dass die innere Umkehr des Zöllners Zachäus nicht aus Angst vor Strafe, sondern aus der Begegnung mit der barmherzigen Liebe Christi hervorging. Zachäus habe zwar aus Neugier gehandelt, als er auf den Maulbeerfeigenbaum stieg, doch in seinem Innersten habe er auf eine Veränderung seines Lebens gehofft.
Christus habe Zachäus bewusst mit Namen gerufen und sich selbst in dessen Haus eingeladen, obwohl dieser als ungerechter und gieriger Mann galt. Damit, so der Patriarch, habe Jesus gezeigt, dass er den Menschen nicht nach der öffentlichen Meinung beurteile. Das Murren der Menge belege, wie schnell Menschen urteilen, während Gott bereits das Potenzial zur Umkehr im Herzen erkenne.
Die radikale Veränderung des Zachäus sei nicht durch harte Worte, sondern durch den unerwarteten und unverdienten Besuch Christi ausgelöst worden. Die Erfahrung göttlicher Barmherzigkeit habe den Zöllner von der Gier zur Großzügigkeit geführt. Daraus leitete Patriarch Daniel den Aufruf ab, selbst barmherzig zu werden, wie es der Herr gebietet.
Abschließend unterstrich das Oberhaupt der Rumänisch-Orthodoxen Kirche, dass Gott die freie Antwort des Menschen suche. Nicht Furcht vor Strafe, sondern die freiwillige Hinwendung zur Güte und Liebe Gottes führe zur Umkehr und zum Heil, damit niemand verloren gehe, sondern alle das ewige Leben erlangen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass im serbisch-orthodoxen Kloster Visoki Dečani das Fest des Ehrwürdigen Theodosius begangen wurde.
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