Interreligiöser Rat verurteilte Äußerungen zur „Bosnischen Orthodoxen Kirche“
Der Interreligiöse Rat in Bosnien und Herzegowina: Das Gremium versteht sich als Plattform für Dialog und gegenseitigen Respekt zwischen den Religionsgemeinschaften.
Der Interreligiöse Rat in Bosnien und Herzegowina hat sich mit einer deutlichen Stellungnahme von öffentlichen Äußerungen des früheren Reis-ul-ulema Mustafa Cerić zur möglichen Gründung einer „Bosnischen Orthodoxen Kirche“ distanziert. Das Gremium warnt vor Schäden für das interreligiöse Klima und betont den Respekt vor der bestehenden kirchlichen Ordnung. Der Rat veröffentlichte die Stellungnahme am 13. Januar 2026 auf seiner Facebook-Seite.
In seiner Erklärung kritisiert der Interreligiöse Rat, dass Einzelpersonen öffentlich Vorschläge zur Regulierung oder Neuorganisation von Kirchen und Religionsgemeinschaften unterbreiten. Solche vorsätzlichen Äußerungen – konkret jene Mustafa Cerićs – trügen zur Entstehung von Misstrauen bei und gefährdeten die interreligiösen Beziehungen im Land. Cerić, der selbst an der Gründung des Interreligiösen Rates beteiligt gewesen sei, hätte nach Ansicht des Gremiums eine besondere Verantwortung, keine derartigen Positionen zu vertreten.
Der Rat bekräftigte zugleich seine eigene Rolle als gemeinsame Plattform der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Bosnien und Herzegowina. Ziel sei es, durch kontinuierliche Arbeit gegenseitigen Respekt und Vertrauen aufzubauen – unabhängig von Weltanschauung und Religionszugehörigkeit. Grundlage der Zusammenarbeit sei der Respekt vor der Einzigartigkeit jeder Kirche und Religionsgemeinschaft sowie das gemeinsame Engagement für das Gemeinwohl. In diesem Geist verurteilte der Rat einstimmig jeden Angriff auf gemeinsame Werte und rief gesellschaftliche Akteure dazu auf, sich klar von böswilligen und unverantwortlichen Einzeläußerungen zu distanzieren.
Hintergrund der Stellungnahme sind scharfe Reaktionen serbisch-orthodoxer Hierarchen auf Cerićs Vorschlag. Metropolit Fotije von Zvornik und Tuzla sowie Bischof Sergije von Bihać und Petrovac hatten Mitte Januar öffentlich vor politischen und historischen Folgen einer solchen Initiative gewarnt. Bischof Sergije erklärte, Kirchen würden nicht in Regierungsbüros gegründet, eine „Bosnische Orthodoxe Kirche“ habe es historisch nie gegeben, und rief die Islamische Gemeinschaft auf, sich von Cerićs Aussagen zu distanzieren.
Cerić selbst hatte auf dem Portal „Slobodna Bosna“ argumentiert, Bosnien-Herzegowina bilde eine eigenständige historische, politische und spirituelle Einheit. Eine autokephale orthodoxe Kirche sei Ausdruck staatlicher Souveränität und historischer Kontinuität und solle dem Frieden dienen. Der Interreligiöse Rat stellte nun klar, dass diese Positionen weder die Ansichten einzelner Kirchen noch jene des Rates widerspiegeln.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbische Metropolit Irinej in einem Interview über Konsum, Moral und den Zerfall des Westens sprach.
Lesen Sie auch
Islamistische Kämpfer zerstören historische Kirche in Mosambik
Bischöfe berichten von Angriff auf christliche Gemeinde in Cabo Delgado.
UN-Vertreter äußerte Sorge über Angriffe auf Christen im Heiligen Land
Der UN-Vertreter Miguel Ángel Moratinos hat sich besorgt über zunehmende Gewalt und Belästigungen gegen Christen in Ostjerusalem geäußert.
US-muslimische Organisation forderte Verurteilung von Angriffen auf Christen
Die Bürgerrechtsorganisation CAIR hat den US-Kongress dazu aufgerufen, Vorfälle im Westjordanland und im Libanon öffentlich zu verurteilen.
ROKA-Konferenz widmete sich der Geschichte der Diözese im 20. Jahrhundert
Zweiter Tag des wissenschaftlichen Forums zum 100-jährigen Bestehen der Deutschen Diözese der ROKA
Israelisches Außenministerium meldete Vorfall in Kirche bei Bethlehem
Bewaffnete Männer sollen sich während Georgsfestes in ein Gotteshaus verschanzt haben.
Georgstag: Patriarch Daniil betonte Glauben, Opferbereitschaft und Gottes Hilfe
Feier in Sofia verband kirchliche Tradition mit militärischem Gedenken