Erzpriester Matthias Zierenberg: „Der Weg zum Erretter ist die Buße“
Die Predigt von Erzpriester Matthias Zierenberg erinnerte an Buße und Umkehr als geistlichen Weg aus der Wüste in das Paradies. Foto: Screenshot YouTube
In seiner Predigt zum 32. Sonntag nach Pfingsten, dem 18. Januar 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen sprach Erzpriester Matthias Zierenberg über das Evangelium nach Markus (Mk 1,1–8) und die zentrale Bedeutung der Buße als Weg der inneren Umkehr und Vorbereitung auf Christus. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend vom „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus“ stellte Erzpriester Matthias Zierenberg am Sonntag vor Theophanie Johannes den Täufer als Grenzfigur zwischen dem Alten und dem Neuen Testament vor. Johannes stehe in der Wüste als Vorläufer Christi, als Bote, der die geistliche Not des Menschen sieht und ihn auf den kommenden Erlöser hinweist. Die Wüste sei dabei Sinnbild einer durch Sünde und Gottesferne geprägten Welt, aber auch Ort der Klarheit, an dem sichtbar werde, was der Mensch wirklich brauche: Rettung aus Sünde, Tod und Verlorenheit.
Zentraler Weg zu dieser Rettung sei die Buße, verstanden als radikaler Richtungswechsel des Lebens. Buße bedeute harte innere Arbeit, das Ablegen schlechter und das Einüben guter Gewohnheiten. Gewohnheiten, so der Geistliche, prägten den Willen und könnten ihn unfrei machen oder zur Freiheit führen. Der Mensch sei in seiner Freiheit durch Körper, Seele und Geist beeinflusst und erkenne oft nicht, wie sehr ihn falsche Gewohnheiten vom Guten abhielten.
Das asketische Leben Johannes’ in der Wüste deutete der Prediger als lebendige Predigt ohne Worte. Hunger, Armut und Entbehrung stünden für den geistlichen Hunger nach Wahrheit und Unsterblichkeit. Johannes’ Taufe der Buße bereite die Menschen auf Christus vor, der allein die Macht habe, die innere Wüste des Menschen in ein Paradies zu verwandeln. Buße, Gebet, Fasten und die evangelischen Tugenden seien die Mittel, durch die Christus in die Seele einziehe.
Abschließend betonte Erzpriester Matthias Zierenberg die Verantwortung des Menschen für seinen freien Willen. Gott zwinge sich nicht auf, sondern komme dort, wo der Weg bereitet sei. Nicht Worte, sondern ein verändertes Leben lade Christus ein. Johannes der Täufer verweise dabei stets über sich hinaus: Nicht er, sondern Christus befreie den Menschen endgültig aus der Wüste und eröffne ihm schon hier und jetzt den Zugang zum Himmelreich.
Die UOJ berichtete zuvor, dass in Wien eine Fotoausstellung über das Kloster Hilandar eröffnet wurde.
Lesen Sie auch
Jubiläumskonferenz der ROKA in München feierlich eröffnet
Auftaktveranstaltung im Schloss Blutenburg würdigte 100 Jahre Deutsche Diözese
Russische Auslandskirche gibt Einzelheiten zur Heiligsprechung von Seraphim Rose bekannt
Bischof Irenei von London und Westeuropa sprach in einem Interview über den Beschluss des Bischofssynods, die kirchliche Heiligsprechung des Hieromonchs Seraphim Rose vorzubereiten.
Bulgarisch-orthodoxe Gemeinde in Zürich feierte Patronatsfest des heiligen Georg
In Zürich hat die bulgarisch-orthodoxe Gemeinde in der Kirche Maria-Hilf ihr Patronatsfest zu Ehren des heiligen Georg gefeiert.
Rolle der Frau in der Orthodoxie: Zwischen Würde, Tradition und Missverständnissen
Hamburger Gemeinde veröffentlicht neue Folge von „Frag den Priester“ über Frauenbild und Eheverständnis
Katholische Kirche beteiligt sich nicht an Suizidberatung
Deutsche Bischöfe schließen Mitwirkung an assistiertem Suizid in kirchlichen Beratungen strikt aus
Gebet im Alltag: Priester Matthias Fröse wirbt für kleine, treue Schritte statt Perfektion
Neuer Videobeitrag aus Meisenheim thematisiert Gebet in Zeiten von Stress und Zeitmangel