Diözese Rottenburg-Stuttgart reagierte auf umstrittene ARD-Christmette
SWR-Pfarrer Thomas Steiger (61) und eine Gemeindereferentin leiteten die Christmette. Im Vordergrund der Strohhaufen mit der schleimigen Figur, die Jesus darstellen soll. Foto: ARD
Nach fast drei Wochen des Schweigens hat die römisch-katholische Diözese Rottenburg-Stuttgart mit einer am 12. Januar 2026 veröffentlichten Stellungnahme auf die bundesweite Kritik an der in der ARD übertragenen Christmette aus der Stuttgarter Kirche St. Maria reagiert. Auslöser war eine als provokant empfundene Krippengestaltung, die zahlreiche Zuschauer empörte.
Nach Angaben des Südwestrundfunks gingen rund 1.400 Beschwerde-E-Mails zur Christmette am Heiligabend ein. Im Mittelpunkt der Kritik stand eine moderne Krippendarstellung, die in sozialen Medien und kirchlichen Kreisen als „schleimiges Alien-Monster“ bezeichnet wurde und als Verfremdung der Darstellung Jesu wahrgenommen wurde.
In einem nun veröffentlichten Statement distanzierte sich die Diözese von der inhaltlichen Verantwortung für die Übertragung. Für Konzeption und Ausstrahlung sei die „Katholische Rundfunkarbeit“ der Kirche beim SWR zuständig gewesen. Gleichwohl erklärte Bischof Dr. Klaus Krämer, man nehme die zahlreichen Rückmeldungen ernst. Er räumte ein, dass religiöse Gefühle verletzt worden seien, und brachte sein Bedauern darüber zum Ausdruck.
Wörtlich hieß es, es sei zu keinem Zeitpunkt eine Provokation oder Herabwürdigung zentraler Glaubensinhalte beabsichtigt gewesen. Dennoch habe sich gezeigt, dass die gewählte Darstellungsform an einem Hochfest wie Weihnachten bei vielen Menschen Irritation, Unverständnis und Ärger ausgelöst habe.
Zugleich gestand die Diözese ein, dass es im Gottesdienst zu Abweichungen von der geltenden liturgischen Ordnung der Katholischen Kirche gekommen sei. Die Liturgie sei „freier gestaltet“ worden, als dies zulässig sei. Diese Vorgänge würden nun aufgearbeitet. Für künftige Gottesdienstübertragungen kündigte das Bistum verbindlich geschärfte Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse an, um der kirchlichen Verantwortung und der besonderen Sensibilität öffentlich übertragener Liturgien besser gerecht zu werden.
Die UOJ berichtete zuvor, dass das Hilfswerk „Open Doors“ einen neuen Höchststand der Christenverfolgung registrierte.
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