Krefelds größte katholische Kirche wurde vom Abriss gerettet

Jan Lange mit Pfarrer Joachim Schwarzmüller in der Kirche. Foto:RP

Jan Lange mit Pfarrer Joachim Schwarzmüller in der Kirche. Foto:RP

Am 14. Januar 2026 erschien die Nachricht, dass die Kirche St. Johann Baptist in Krefeld eigentlich bereits 2014 aufgegeben werden sollte. Das rund 120 Jahre alte Gotteshaus gilt als die größte Kirche der Stadt, die größte im weiteren Umkreis und die zweitgrößte innerhalb des Bistums Aachen. Entworfen wurde sie vom Architekten Josef Kleesattel, der über 40 Kirchen erbaute und St. Johann Baptist selbst als sein bedeutendstes Werk ansah. Aufgrund erheblicher Sicherheitsmängel musste die Kirche für einen Zeitraum von zwei Jahren geschlossen werden. In dieser Zeit feierte die Gemeinde ihre Gottesdienste in einem Zelt vor dem Gebäude. Darüber berichtete der Instagram-Account katholisch_de.

Die Absicht der Pfarrei, das Gotteshaus abzugeben, rief in der Gemeinde deutlichen Widerstand hervor. Über mehrere Jahre hinweg ließ sich keine gemeinschaftlich getragene Lösung erzielen. Eine Einigung wurde schließlich im Jahr 2025 erreicht. Zum 1. Juli übernahm ein eigens gegründeter Förderverein das Kirchengebäude von der Pfarrei zu einem symbolischen Kaufpreis von einem Euro. Sowohl die Pfarrleitung als auch Vertreter der Gemeinde zeigten sich mit diesem Kompromiss zufrieden und bekundeten den Willen, nun gemeinsam nach vorne zu schauen.

Mit der Übernahme liegt die alleinige Verantwortung für den Erhalt der Kirche nun beim Förderverein. Die erforderlichen Sanierungsarbeiten müssen vollständig durch Spendenmittel finanziert werden. Pfarrer Schwarzmüller resümierte, die zweijährige Schließungsphase sei für alle Beteiligten eine schwierige, zugleich jedoch auch klärende Zeit gewesen. Sie habe den Willen der Gemeinschaft auf die Probe gestellt, auch unter widrigen Umständen zusammenzustehen und einen gemeinsamen Weg fortzusetzen.

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