Legalisierung der Prostitution stößt auf scharfe Kritik der Orthodoxen Kirche

Das Patriarchat der Rumänisch-Orthodoxen Kirche in Bukarest hat sich mit einer klaren Erklärung in die politische Debatte um die Legalisierung der Prostitution eingeschaltet. Foto: basilica.ro
Das Rumänische Patriarchat hat eine mögliche gesetzliche Neuregelung zur Legalisierung der Prostitution entschieden abgelehnt. In einer am 13. Januar 2026 veröffentlichten Stellungnahme warnt die Orthodoxe Kirche vor schweren moralischen und gesellschaftlichen Folgen.
Das Rumänische Patriarchat äußert in seiner Erklärung „tiefe Besorgnis und Ablehnung“ gegenüber der Initiative zur Legalisierung der Prostitution. Ein solches Vorhaben sei mit den Lehren des orthodoxen Glaubens unvereinbar und verletze die Achtung der Menschenwürde. Prostitution stelle eine gravierende Form der Ausbeutung des menschlichen Körpers dar und habe nachhaltige negative Auswirkungen auf Betroffene wie auch auf die Gesellschaft insgesamt.
Die Kirche betont, eine Legalisierung trage nicht zur Lösung der sozialen Probleme bei, die mit Prostitution, Menschenhandel und sexueller Ausbeutung verbunden seien. Vielmehr bestehe die Gefahr, dass diese Praktiken durch einen rechtlichen Rahmen weiter gefördert würden. Unter Verweis auf das UN-Übereinkommen zur Bekämpfung des Menschenhandels erinnert das Patriarchat daran, dass Rumänien sich international verpflichtet habe, organisierte Prostitution zu unterbinden.
Zur Begründung seiner Haltung verweist das Patriarchat auf die Heilige Schrift und die kirchliche Tradition. Der menschliche Körper sei als „Tempel des Heiligen Geistes“ zu achten; jede Form sexueller Ausbeutung widerspreche dem geistlichen Leben und schade der körperlichen, seelischen und geistigen Gesundheit des Menschen. Vor diesem Hintergrund kündigt die Kirche an, auch künftig öffentlich Stellung zu beziehen, wenn Gesetzesinitiativen den moralischen Grundüberzeugungen der Rumänisch-Orthodoxen Kirche widersprechen.
Auslöser der Stellungnahme ist ein aktueller Gesetzentwurf aus dem national-liberalen Lager im rumänischen Parlament, der eine Legalisierung und staatliche Regulierung der Prostitution vorsieht. Befürworter argumentieren mit besserem Gesundheitsschutz und mehr staatlicher Kontrolle, Kritiker warnen vor einer Normalisierung von Ausbeutung. Die Initiative hat eine breite politische und gesellschaftliche Debatte ausgelöst, an der sich neben kirchlichen Akteuren auch Parteien und zivilgesellschaftliche Organisationen beteiligen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der rumänische Patriarch Daniel zum Jahreswechsel über Zeit und Ewigkeit reflektierte.
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