„Es genügt nicht, dass wir getauft wurden und uns orthodoxe Christen nennen“

Patriarch Porfirije predigt während der Göttlichen Liturgie in der Kirche des Heiligen Erzengels Gabriel in Kamendol südlich von Belgrad. Foto: Patriarchat

Der serbische Patriarch Porfirije hat am 11. Januar 2026 bei der Göttlichen Liturgie in der Kirche des Heiligen Erzengels Gabriel in Kamendol, rund 50 Kilometer südlich von Belgrad, in einer eindringlichen Predigt zu einem konsequent gelebten orthodoxen Glauben aufgerufen. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.

In seiner Ansprache hob Patriarch Porfirije hervor, dass es nicht genüge, sich als Christ oder als orthodoxer Gläubiger zu bezeichnen oder lediglich getauft zu sein. Entscheidend sei, dass der Glaube konkret gelebt werde. Dazu gehöre das regelmäßige Kommen in den Tempel Gottes, die bewusste Teilnahme an der Heiligen Liturgie, der Empfang der Kommunion, das Fasten sowie das persönliche Gebet. Ebenso wichtig sei es, alles, was Gott dem Menschen als Lebensordnung offenbart habe, in das eigene Herz und in den Alltag zu integrieren.

Der Patriarch betonte, dass sich gerade daran zeige, ob der Glaube tatsächlich das Fundament des Lebens bilde. Ohne Glauben an Gott sei es für den Menschen – unabhängig von Alter, Besitz oder äußerem Erfolg – schwer, wahren inneren Frieden und echte innere Freude zu erlangen. Der Glaube sei keine formale Zugehörigkeit, sondern eine Lebenshaltung, die das gesamte Dasein prägen müsse.

Zu Beginn seiner Predigt zeigte sich der Patriarch dankbar, erstmals in dieser Gemeinde dienen zu dürfen. Trotz der winterlichen Bedingungen mit Schnee und Kälte verliere die Region nichts von ihrer Schönheit, sagte er. Zugleich äußerte er den Wunsch, die Gläubigen künftig auch im Frühling, Sommer und Herbst wiederzusehen, um gemeinsam die Vielfalt der Schöpfung zu erleben und Gott in und durch diese Landschaft zu verherrlichen.

Im Anschluss an die Liturgie weihte Patriarch Porfirije den Grundstein für ein neues Pfarrhaus, das den Gläubigen von Kamendol und der Umgebung künftig als Ort der Begegnung, der Seelsorge und des geistlichen Wachstums dienen soll.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill in seinem traditionellen Weihnachtsinterview über Russland, Familie, Glaube und die Spannungen mit dem Westen sprach.

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