Katholische Verbände forderten Erhalt beitragsfreier Familienversicherung

Familienbund der Katholiken und Bund Katholischer Unternehmer fordern Strukturreformen und Beitragsentlastungen für Familien im Gesundheitssystem. Foto: freepik.com

Angesichts der Finanzdebatte um die gesetzlichen Krankenkassen haben zwei katholische Verbände den Erhalt der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern verteidigt. Sie sehen darin einen notwendigen Ausgleich im Umlagesystem und verlangen Reformen zur Stabilisierung der Krankenversicherung. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal CNA am 9. Januar 2026.

Der Familienbund der Katholiken und der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) haben sich entschieden gegen eine Abschaffung oder Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung ausgesprochen. Diese sei „kein Geschenk“, sondern ein begrenzter Ausgleich in einem umlagefinanzierten System, in dem Familien durch Kindererziehung einen generativen Beitrag für das gesamte Sozialsystem leisten.

Die Verbände verweisen auf die demografische Entwicklung: Steigende Gesundheitskosten träfen zunehmend auf weniger Erwerbstätige, während Familien mit ihren Kindern die künftigen Beitragszahler stellten. Statt Familien stärker zu belasten, fordern sie Strukturreformen sowie mehr Wertschätzung und einen gerechten Ausgleich für Familienleistungen.

Ulrich Hoffmann, Präsident des Familienbundes, warnte vor staatlichen Eingriffen in die Lebensplanung von Paaren. BKU-Vorsitzender Martin Nebeling betonte, wer Kinder erziehe oder Angehörige pflege und deshalb zeitweise nicht erwerbstätig sei, dürfe nicht mit Beiträgen auf nicht vorhandenes Einkommen belastet werden.

Nebeling sprach sich zudem für eine nach Kinderzahl gestaffelte Beitragsentlastung aus sowie für eine nachhaltige Stärkung des Gesundheitssystems durch Effizienz, Prävention und Digitalisierung. Zugleich machten die Verbände darauf aufmerksam, dass die Familienversicherung formal nicht beitragsfrei sei, da sich der Beitrag grundsätzlich am gesamten Familieneinkommen orientiere.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill in seinem traditionellen Weihnachtsinterview über Russland, Familie, Glaube und die Spannungen mit dem Westen sprach.

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