Rumänische Diaspora in der EU wächst – Kirche bietet Halt fern der Heimat
Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde in Bayreuth feiert ihre Gottesdienste in der katholischen Kirche und bietet Tausenden Rumänen in Oberfranken geistliche und kulturelle Heimat.
Bayreuth zeigt beispielhaft, wie die Rumänisch-Orthodoxe Kirche auf die wachsende rumänische Diaspora in der Europäischen Union reagiert: Allein in der Region Bayreuth-Hof leben mehr als 5.000 Rumänen, eingebettet in eine europaweite Gemeinschaft von über drei Millionen Menschen fern der Heimat. Mit der Migration wachsen die kirchlichen Strukturen, wie das rumänische Patriarchat in einem am 5. Januar 2026 veröffentlichten Beitrag beschreibt.
Rumänien ist das EU-Land mit den meisten Bürgern außerhalb der eigenen Staatsgrenzen. Nach Angaben von Eurostat leben mehr als drei Millionen Rumänen legal in anderen EU-Staaten. Die tatsächliche Zahl dürfte noch höher liegen, da Eingebürgerte oft nicht mehr statistisch erfasst werden. In den letzten Jahren verlagerten viele Rumänen ihre Migration von Ländern wie Spanien und Italien nach Deutschland oder Großbritannien.
In Deutschland hat sich die Zahl der rumänischen Staatsbürger innerhalb eines Jahrzehnts verdoppelt: von rund 450.000 auf über 900.000 Menschen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch auf lokaler Ebene wider, etwa in Oberfranken: Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde Bayreuth-Hof zählt inzwischen mehr als 5.000 Gläubige.
Betreut wird die Gemeinde von Pfarrer Radu Tăut. Da die Gemeinde lange Zeit kein eigenes Kirchengebäude hatte, werden die Gottesdienste in der örtlichen katholischen Kirche gefeiert. Für viele Gemeindemitglieder ist dies ein sozialer und spiritueller Ankerpunkt, insbesondere für jene, die aufgrund sprachlicher Barrieren im Alltag wenig Unterstützung finden. Die Pfarrersfrau Andreea Tăut organisiert zudem Kinder- und Jugendaktivitäten, um die rumänische Sprache und Kultur an die nächste Generation weiterzugeben.
Um den Bedürfnissen der wachsenden Diaspora gerecht zu werden, hat die Rumänisch-Orthodoxe Kirche in Europa ein weit verzweigtes kirchliches Netzwerk aufgebaut. Dieses umfasst über 1.100 Gemeinden, Zweigstellen und Missionen, die in verschiedenen Diözesen organisiert sind:
- Erzbistum Westeuropa (Frankreich, Belgien, Niederlande): 219 Gemeinden
- Diözese Italien: 465 Gemeinden
- Diözese Spanien und Portugal: 152 Gemeinden
- Erzbistum Deutschland, Österreich und Luxemburg: 226 Gemeinden
- Diözese Nordeuropa: 75 Gemeinden
- Diözese Ungarn: 41 Gemeinden
- Diözese Irland und Island (gegründet 2024): 15 Gemeinden
Dieses Netzwerk ermöglicht es der Kirche, nicht nur religiöse Dienste anzubieten, sondern auch soziale, Bildungs- und Identitätsarbeit zu leisten. Für viele Rumänen in der Diaspora wird die Kirche so zu einer „zweiten Heimat“ – einem Ort der Stabilität, Kulturpflege und Gemeinschaft fernab der Heimat.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der rumänische Patriarch Daniel zum Jahreswechsel über Zeit und Ewigkeit reflektierte.
Lesen Sie auch
Synode stellt Bedingungen für Aufhebung des Dienstverbots von Met. Tychikos
Die Synode von Zypern knüpfte die mögliche Rückkehr des Hierarchen in den Dienst an eine Reihe von Bedingungen, darunter ein schriftliches Glaubensbekenntnis und der Verzicht auf die Anrufung eines weltlichen Gerichts.
Priester Oleg Beltek: „Die Familie wird zur ersten Schule der Seele“
Erzbischof Tichon feiert Göttliche Liturgie zum Fest der Synaxis der Gottesmutter in Berlin
In Neumarkt musste die Polizei wegen einer Schändung der Kirche eingreifen
Die Mutter weigerte sich, die Wand der Kirche zu reinigen, nachdem ihr Kind sich dort erleichtert hatte.
Zentralrat der Juden fordert strengere Gesetze gegen Antisemitismus
Präsident Josef Schuster wollte, dass Solidaritätsbekundungen mit der Hamas und Aufrufe zum Hass gegen Ausländer unter Strafe gestellt werden.
In Aleppo haben Islamisten der Übergangsregierung ein Krankenhaus angegriffen
In dem Krankenhaus im kurdischen Stadtteil Şêxmeqsûd wurden fünf Menschen verletzt und die Stromversorgung unterbrochen.
In Bayern will die CSU mit einer Resolution gegen politischen Islam vorgehen
Klaus Holecek kritisierte den in Berlin geplanten „Tag gegen Islamfeindlichkeit“ und warnte davor, die Gefahr zu unterschätzen.