„Nur durch das Gebet können wir unseren inneren Menschen pflegen“
Priester Konstantin Anikin predigte in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin. Foto: Screenshot YouTube
Zum 30. Sonntag nach Pfingsten, dem 4. Januar 2026, predigte Priester Konstantin Anikin in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin (ROK) über das Evangelium „Jesu Salbung durch eine Sünderin“ (Lk 7,36-50) und die Bedeutung des inneren Gebets für das geistliche Leben. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Priester Konstantin Anikin erläuterte die Begebenheit, in der Jesus bei dem Pharisäer Simon zu Gast ist und eine als Sünderin bekannte Frau seine Füße mit Tränen wäscht, sie mit ihrem Haar trocknet und mit teurem Alabasteröl salbt. Simon verurteilt sie innerlich, doch Jesus erklärt, dass diejenige, der viel vergeben wurde, auch viel Liebe zeigt. Die Frau werde deshalb stärker lieben als die Pharisäer und andere Anwesende.
Aus dieser Geschichte leitete der Geistliche eine Lehre für das heutige Leben ab: Viele Menschen vernachlässigen ihren inneren Menschen – ihre Gedanken, ihr Herz und ihre Beziehung zu Gott – während sie nur ihr Äußeres pflegen. Zentral für die Pflege des inneren Menschen sei das unablässige Gebet, besonders das Jesusgebet. Auch im Alltag könne man durch das ständige Anrufen des Namens Christi geistlich wachsen und seine Liebe zu Gott vertiefen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Predigt war die göttliche Liturgie, die der Priester als das stärkste Gebet bezeichnete, das die gesamte Welt umfasst und erhält. Durch regelmäßige Teilnahme an der Liturgie und beständiges Gebet werde den Gläubigen das tägliche Vergeben der Sünden bewusst – ähnlich wie bei der Frau aus dem Evangelium, deren große Liebe aus der erfahrenen Vergebung erwuchs.
Abschließend ermutigte Priester Konstantin Anikin die Gemeinde, durch Gebet und Liturgie ein gereinigtes, geistlich gereiftes Leben zu führen, und segnete die Gläubigen: „Der Segen des Herrn komme über euch durch seine Gnade und Menschenliebe, alle Zeit jetzt und immer, von Ewigkeit zu Ewigkeit.“
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzbischof Tichon den heiligen Johannes von Kronstadt als Vorbild würdigte.
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