Erzpriester Georgi Antonjuk betonte Einheit von Altem und Neuem Testament

Erzbischof Tichon von Rusa zelebriert am Sonntag der Heiligen Väter die Göttliche Liturgie in der Auferstehungskathedrale in Berlin. Foto: Diözese

Am 4. Januar 2026, dem 30. Sonntag nach Pfingsten, zelebrierte Erzbischof Tichon von Rusa die Göttliche Liturgie in der russisch-orthodoxen Auferstehungskathedrale in Berlin. In seiner Predigt zum Sonntag der Heiligen Väter legte Erzpriester Georgi Antonjuk die theologische Bedeutung des Stammbaums Jesu im Matthäusevangelium aus und hob die geistliche Kontinuität zwischen Altem und Neuem Testament hervor. Darüber berichtete die Diözese auf ihrer Webseite.

Der Liturgie stand Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats, vor. Ihm assistierten unter anderem Erzpriester Georgi Antonjuk, Dekan des Ostkirchenbezirks, Erzpriester Ilia Chirin sowie mehrere Diakone. Nach der Bittlitanei sprach der Erzbischof ein Friedensgebet.

In seiner Predigt erinnerte Erzpriester Georgi Antonjuk daran, dass der Sonntag der Heiligen Väter der letzte Sonntag vor Christi Geburt ist und den leiblichen Vorfahren des Erlösers gewidmet ist. Diese alttestamentlichen Gerechten, von Abraham bis Josef, seien nicht nur historische Gestalten, sondern Träger der göttlichen Verheißung, die sich in der Menschwerdung Christi erfüllt habe. Über Jahrhunderte hinweg hätten sie den Glauben an das Kommen des Messias bewahrt.

Ausgehend von der Evangelienlesung aus Matthäus 1,1–25 erläuterte der Geistliche, warum der Evangelist Abraham und David besonders hervorhebt. Beide hätten besondere Verheißungen Gottes empfangen und stünden exemplarisch für Glaubenstreue und Hoffnung. Mit dem Stammbaum Jesu betone Matthäus bewusst die Einheit von Altem und Neuem Testament und mache deutlich, dass Christus nicht gekommen sei, das Gesetz aufzulösen, sondern es zu erfüllen.

Anhand einzelner Vorfahren vertiefte der Prediger die geistliche Botschaft des Festes. Abraham erschien als Vorbild des radikalen Gottvertrauens und als „Vater aller Gläubigen“, der sich vom Götzendienst abwandte und auf das himmlische Reich hoffte. König David wurde als Beispiel für einen Menschen dargestellt, der trotz schwerer Schuld durch aufrichtige Buße zu Gott zurückfand. Abschließend verwies Erzpriester Georgi Antonjuk auf den gerechten Josef, den stillen Beschützer der Gottesmutter, dessen Demut und Gehorsam ihn zum Zeugen der Menschwerdung Christi machten. Die Heiligen Väter seien so Wegbereiter der Geburt des Erlösers, in der sich Gottes Fürsorge und Erlösungswille endgültig offenbarten.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzbischof Tichon den heiligen Johannes von Kronstadt als Vorbild würdigte.

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