Predigt zum Sonntag der Väter: Menschwerdung Christi und Vorbild des Josef
Diakon Igor Willimowski predigt in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche zu Krefeld über den Stammbaum Jesu und das Vorbild des heiligen Josef. Foto: Screenshot YouTube
Am 4. Januar 2026, dem Sonntag vor Weihnachten und Sonntag der Väter, predigte Diakon Igor Willimowski in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche zu Krefeld (ROK) über die Bedeutung des Stammbaums Jesu, die Einheit seiner göttlichen und menschlichen Natur sowie das vorbildhafte Handeln des heiligen Josef. Die Gemeinde veröffentlichte die Ansprache auf ihrem YouTube-Kanal.
In seiner Predigt erläuterte Diakon Igor Willimowski die liturgische Bedeutung des Sonntags der Väter, an dem traditionell der Stammbaum Jesu und die Geburt aus dem Matthäusevangelium (1,1-25) verlesen wird. Die oft als trocken empfundene Namensaufzählung sei bewusst Teil der Lesung, um zu verdeutlichen, dass Gott in Jesus Christus tatsächlich Mensch geworden sei und in eine konkrete menschliche Geschichte eingetreten sei.
Der Geistliche verwies dabei auf das Erste Ökumenische Konzil von Nizäa vor 1700 Jahren, dessen zentrale Frage die Natur Jesu Christi betraf. Das dort formulierte Glaubensbekenntnis bezeuge, dass Christus ungetrennt und unvermischt wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Der Stammbaum stehe für diese menschliche Natur und bilde zugleich eine komprimierte Zusammenfassung der Heilsgeschichte des Alten Testaments.
Der Prediger ging auch auf Unterschiede zwischen den Stammbäumen bei Matthäus und Lukas ein und betonte, dass beide Evangelisten unterschiedliche theologische Akzente setzten. Auffällig sei zudem, dass der Stammbaum Jesu keineswegs idealisierte Vorfahren präsentiere, sondern auch Menschen mit Schuld und Brüchen einschließe. Gerade darin zeige sich, dass Gott alle Menschen in seinen Heilsplan einbeziehe.
Im zweiten Teil der Predigt stellte der Diakon den heiligen Josef als Vorbild heraus. Dessen Vertrauen in Gottes Wort, seine Bereitschaft, Zweifel zurückzustellen, sowie sein verantwortungsvolles Handeln gegenüber Maria und dem Kind Jesus seien beispielhaft. Daraus leitete der Diakon einen Appell ab, die eigenen Vorfahren zu ehren und auf vorschnelle Verurteilungen anderer zu verzichten.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der rumänische Patriarch Daniel zum Jahreswechsel über Zeit und Ewigkeit reflektierte.
Lesen Sie auch
Verwundeter Novize schildert Angriff auf orthodoxes Kloster in der Ukraine
Die Bruderschaft der Swjatogorsker Lawra wurde von Personen in Militäruniformen der ukrainischen Streitkräfte angegriffen.
Heilige Afra von Augsburg: ein Beispiel für radikale Umkehr
Hannovers orthodoxe Gemeinde stellt die Märtyrerin in einer neuen Instagram-Reihe über die deutschen Heiligen des ersten Jahrtausends vor.
Heiliges Kloster Sinai: Ägyptens Oberster Gerichtshof verschiebt Prozess
Dritte Vertagung der Berufungsverhandlung – Gespräche zwischen dem ägyptischen Staat und Erzbischof Simeon sollen weiterlaufen.
Antiochenisch-orthodoxe Gemeinde in Essen möchte eigene Kirche kaufen
Gemeinde St. Josef von Damaskus nutzt derzeit die katholische Pax-Christi-Kirche und plant den Erwerb eines eigenen Gotteshauses.
Bischof Sofian von Kronstadt besuchte rumänisch-orthodoxe Pfarrei in Plauen
Zum Patronatsfest der Pfarrei „Hl. Johannes Jakob von Neamț“ würdigte der Bischof die Entwicklung der Gemeinde und den Einsatz ihres Pfarrers.
Erzpriester Slobodan Tijanić: „Woran halten wir fester als am Glauben?“
Frankfurter Geistlicher deutete das Evangelium vom reichen Jüngling als Aufruf, sich von dem zu lösen, was im eigenen Herzen den Platz Gottes einnimmt.