Patriarch Porfirije: „Wir können nicht eins sein, ohne eins mit Gott zu sein“

Serbiens Patriarch Porfirije predigt in der Kirche des heiligen Johannes Wladimir in Belgrad über Einheit, Umkehr und den Frieden Gottes. Foto: Patriarchat

Am Sonntag der Väter, dem 4. Januar 2026, feierte der serbische Patriarch Porfirije trotz winterlicher Wetterbedingungen die Göttliche Liturgie in Belgrad. In seiner Predigt legte er den Schwerpunkt auf die Menschwerdung Christi, die Einheit von Himmel und Erde und die Notwendigkeit der Umkehr zu Gott als Voraussetzung für Frieden unter den Menschen. Darüber berichtete das serbische Partriarchat auf seiner Webseite.

Trotz eines Schneesturms versammelten sich zahlreiche Gläubige in der Kirche des heiligen Johannes Wladimir im Belgrader Stadtteil Medaković. Patriarch Porfirije knüpfte in seiner Predigt symbolisch an das Schneetreiben an, das Himmel und Erde verbinde, und verwies darauf, dass Gott von Ewigkeit her gewollt habe, dass Himmel und Erde eins seien.

Ausgehend vom Stammbaum Jesu im Matthäusevangelium (1,1-17) betonte der Patriarch die Wirklichkeit der Menschwerdung Christi. Jesus Christus sei nicht scheinbar, sondern real Mensch geworden, geboren von der allheiligen Gottesgebärerin und empfangen vom Heiligen Geist. Dieses übernatürliche Geheimnis könne der Mensch nicht rational erfassen, sondern nur im Glauben erahnen und im geistlichen Leben erfahren.

Zentral sei die Botschaft: „Gott ist mit uns.“ Gleichzeitig erinnerte der Patriarch daran, dass der Mensch sich oft freiwillig von Gott entferne. Aus dieser Entfremdung entstünden Feindschaft, Ausgrenzung und Unfrieden. Der Weg zurück führe über die Erkenntnis des eigenen Falls, über Umkehr, Bitte um Vergebung und die Rückkehr zu Gott – und damit auch zu sich selbst und zum Mitmenschen.

Abschließend unterstrich Patriarch Porfirije, dass wahre Gemeinschaft unter den Menschen nur aus der Gemeinschaft mit Gott erwachsen könne. Das Reich Gottes sei im Inneren des Menschen, dort, wo Christus als König des Friedens wohne. Ob der Mensch dieses Reich annehme und den Willen Gottes lebe, hänge letztlich von seiner eigenen Entscheidung ab.

Die UOJ berichtete zuvor, dass im Dom des heiligen Sava in Belgrad Weihnachtsgeschenke an Bedürftige verteilt wurden.

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