Benediktiner in Venezuela: „Wir wissen nicht, was später passieren könnte“
Die Abtei San José del Avila in Güigüe – ein bedeutendes Benediktinerkloster mit langer Missionsgeschichte in Venezuela. Foto: Periergeia / Wikipedia
Nach den US-Luftangriffen auf Venezuela haben die Missionsbenediktiner der Abtei San José del Avila in Güigüe erstmals detailliert über ihre Lage berichtet. Der Benediktiner‑Abtprimas Jeremias Schröder teilte den Bericht der Ordensbrüder aus dem Kloster, das nur etwa 38 Kilometer vom größten venezolanischen Luftwaffenstützpunkt El Libertador entfernt liegt, am 3. Januar 2026 auf Facebook.
Im aktuellen Lagebericht schildert Pater Marco Antonio, dass der Beschuss strategischer Punkte rund um Caracas in den frühen Morgenstunden des 3. Januar begonnen habe. Die Gemeinschaft hat derzeit keinen Strom, kann aber per WLAN kommunizieren. Den Generator nutze man nur sehr sparsam, um Reserven zu schonen. Obwohl aus dem Kloster heraus keine Kampfhandlungen wahrgenommen werden, herrscht angesichts der Nähe zu militärischen Zielen eine spürbare Anspannung. „Wir wissen nicht, was später passieren könnte“, heißt es in dem Bericht.
Trotz der relativen Ruhe vor Ort bleiben die Menschen in Alarmbereitschaft und ziehen sich in ihre Häuser zurück, halten Kontakt mit Familie und Freunden und warten auf weitere Entwicklungen. Schröder rief dazu auf, die Missionsbenediktiner und die Bevölkerung Venezuelas ins Gebet einzuschließen und kündigte an, weitere Nachrichten aus der Abtei in den sozialen Netzwerken zu teilen.
Die Abtei von Güigüe gehört zur Kongregation der Missionsbenediktiner von Sankt Ottilien, einer internationalen Gemeinschaft innerhalb der Benediktiner‑Ordensfamilie, die weltweit in mehr als 50 Niederlassungen tätig ist. Die Gemeinschaft wurde ursprünglich 1923 in Caracas als Missionsstation gegründet, um die Arbeit des Priesters Santiago Machado für Kinder fortzusetzen. 1964 wurde sie zur Abtei erhoben und 1990 an ihren heutigen Standort in Güigüe südlich des Valenciasees verlegt; das moderne Klostergebäude wurde vom venezolanischen Architekten Jesús Tenreiro Degwitz entworfen und mit dem nationalen Architekturpreis ausgezeichnet.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Grigorije den heiligen Ignatius von Antiochia in Hildesheim ehrte.
Lesen Sie auch
Angriff auf Mönche in der Swjatohirsker Lawra in der Ukraine
In der Swjatohirsker Mariä-Entschlafens-Lawra in der Region Donezk wurde ein Mönch getötet. Zwei weitere Brüder des Klosters wurden verletzt.
Patriarch Schio: Verklärung beginnt mit der Beziehung zum Nächsten
Georgisches Kirchenoberhaupt rief am Fest der Verklärung zu geistlicher Erneuerung, Geduld und tätiger Nächstenliebe auf.
Jugendwallfahrt der ROKA-Diözese Westeuropa nach Serbien hat begonnen
Orthodoxe Jugendliche pilgern bis Ende August zu Klöstern und heiligen Stätten in Serbien – die Fruška Gora bildet einen Schwerpunkt der Reise.
Rumänische und deutsche Jugendliche arbeiten in Kloster Piatra Fântânele
Sommercamp vom 15. bis 29. August setzt seit 1995 bestehende Kooperation orthodoxer und evangelischer Jugendverbände fort.
Metropolit Irinej: Verklärung Christi verwandelt den Blick des Menschen
Der serbisch-orthodoxe Hierarch der Bačka und Administrator der Eparchie Österreich feierte die Göttliche Liturgie in Novi Sad.
Priester berichtet von Befreiung christlicher Sklaven in Pakistan
Mehr als 250 Christen aus sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen befreit – Verschuldung und Wucherzinsen als zentrale Ursache.