Erzbischof Tichon würdigte den heiligen Johannes von Kronstadt als Vorbild

Erzbischof Tichon von Rusa bei der Göttlichen Liturgie zum Patronatsfest der Kirche Heiliger Johannes von Kronstadt in Hamburg. Foto: Diözese

Mit einer feierlichen Göttlichen Liturgie hat die russisch-orthodoxe Gemeinde in Hamburg am 2. Januar 2026 ihr Patronatsfest sowie das 25-jährige Bestehen der Pfarrei begangen. Gefeiert wurde zugleich der Gedenktag des heiligen Johannes von Kronstadt, des Kirchenpatrons. Die Feierlichkeiten zelebrierte Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats, wie die Diözese auf ihrer Webseite berichtete.

Zahlreiche Geistliche aus verschiedenen orthodoxen Distrikten und Jurisdiktionen nahmen an der Feier in der Kirche des heiligen Johannes von Kronstadt teil; auch Vertreter der evangelischen Kirchen waren anwesend. Während der Liturgie wurde eine inbrünstige Bittlitanei mit einem besonderen Friedensgebet gehalten.

In seiner Predigt stellte Erzbischof Tichon von Rusa das geistliche Erbe des heiligen Johannes von Kronstadt in den Mittelpunkt. Mit Blick auf das nahende Weihnachtsfest betonte er, dass sich die Geschichte der Menschheit seit der Geburt Christi entweder auf Christus hin oder von ihm weg bewege. Christus werde zwar in Bethlehem geboren, zugleich aber geheimnisvoll in den Seelen jener Menschen, die bereit seien, ihr Leben Gott zu weihen. Zu diesen habe der heilige Johannes von Kronstadt in besonderer Weise gehört.

Der Erzbischof schilderte Johannes von Kronstadt als Priester von außergewöhnlicher innerer Disziplin, tiefer Menschenliebe und großer Sanftmut. Besonders hervorgehoben wurde seine Hingabe an das Gebet, das er selbst als „Leben seiner Seele“ bezeichnet habe. Johannes habe sich von Beginn seines priesterlichen Dienstes an auf den „inneren Menschen“ konzentriert, sich selbst beständig geprüft und mit Hilfe des Gebets gegen sündhafte Neigungen gekämpft. Das Gebet habe ihn getragen, Menschen aus allen Schichten angezogen und seinem seelsorgerischen Wirken sichtbare geistliche Kraft verliehen.

Erzbischof Tichon erinnerte daran, dass Johannes von Kronstadt täglich Gottesdienste feierte, Beichten hörte, Ratsuchende empfing und sich intensiv dem Studium der Heiligen Schrift widmete. Sein Leben sei ein beharrlicher geistlicher Kampf gewesen, getragen von der Gnade Gottes. Der Heilige habe gelehrt, dass das Gebet nicht nur ein frommer Akt, sondern ein Werk sei, das erlernt und mit Ehrfurcht, Glauben und innerer Aufmerksamkeit gepflegt werden müsse. Abschließend rief der Erzbischof die Gläubigen dazu auf, dem Beispiel des hl. Johannes zu folgen, das Gebet zu lieben und Gott beständig im Herzen zu tragen.

Am Ende der Liturgie wurde der hl. Johannes von Kronstadt feierlich gepriesen, und Erzbischof Tichon sprach ein Gebet zu ihm. Anschließend überreichte er bischöfliche Urkunden an Gemeindemitglieder. Der Rektor der Kirche, Erzpriester Sergij Baburin, dankte dem Erzbischof für den Gottesdienst und überreichte ihm eine Ikone des heiligen Tichon, Patriarch von ganz Russland, mit einem Reliquienfragment. Am Nachmittag weihte Erzbischof Tichon das neue Pfarrhaus auf dem Russischen Friedhof in Hamburg und dankte den Bauarbeitern bei einem persönlichen Gespräch. 

Die UOJ berichtete zuvor, dass zum Jahreswechsel zwei neue deutschsprachige orthodoxe Kalender für 2026 erschienen sind.

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