100 Jahre russisch-orthodoxe Gemeinde heiliger Nikolaus in Lille gefeiert
Metropolit Johannes von Dubna fand auch im 100. Jahr ihres Bestehens in Lille eine junge und lebendige Gemeinde vor. Foto: Erzdiözese
Mit einem festlichen Besuch und einer Heiligen Liturgie beging die orthodoxe Gemeinde heiliger Nikolaus in Lille am 6. und 7. Dezember 2025 ihr 100-jähriges Bestehen. Metropolit Johannes von Dubna (Erzdiözese der Orthodoxen Kirchen russischer Tradition in Westeuropa, Moskauer Patriarchat) würdigte die lebendige Gemeinde, ihr geistliches Wirken und ihr ökumenisches Engagement. Darüber berichtete die Erzdiözese auf ihrer Webseite.
Anlässlich des Patronatsfestes des heiligen Nikolaus und des Gemeindejubiläums reiste Metropolit Johannes von Dubna von Paris nach Lille, begleitet von Geistlichen und Mitarbeitern der Erzdiözese. Auch Erzpriester André Drobot nahm an den Feierlichkeiten teil. Bereits am Samstagabend kam es zu einer brüderlichen Begegnung mit dem katholischen Erzbischof von Lille, Laurent Le Boul’ch, bei der Fragen des kirchlichen Lebens und der Ökumene im Mittelpunkt standen.
Der Höhepunkt des Wochenendes war die Göttliche Liturgie am Sonntag, musikalisch gestaltet vom Gemeindechor. Zahlreiche Gläubige, darunter viele Familien mit Kindern und Jugendlichen, nahmen daran teil. Im Rahmen des Gottesdienstes verlieh Metropolit Johannes kirchliche Auszeichnungen: Diakon Ioann Bouin erhielt das Recht zum Tragen des doppelten Orars und der Kamilawka, Erzpriester Jean Maquart wurde anlässlich seines 35-jährigen Priesterjubiläums mit dem Recht zum Tragen der Mitra geehrt.
Zum Abschluss der Liturgie wurde der verstorbenen Hierarchen und früheren Priester der Gemeinde in dankbarer Erinnerung gedacht. Metropolit Johannes würdigte anschließend die Lebendigkeit der Pfarrei und zeichnete mehrere engagierte Gemeindemitglieder für ihren langjährigen Dienst aus, darunter die Chorleiterin Roxana Rusu sowie weitere Mitarbeiterinnen des Gemeindelebens.
Nach einem gemeinsamen Festessen im Pfarrsaal und einem Austausch mit den Gemeindemitgliedern verabschiedete sich Metropolit Johannes, dem Priester Jean im Namen der Gemeinde ein Enkolpion überreichte. Die Jubiläumsfeierlichkeiten endeten mit Gruppenfotos und der Rückreise der Gäste nach Paris.
Die Erzdiözese der orthodoxen russischen Gemeinden in Westeuropa mit Sitz in Paris ist aus der russischen Emigration entstanden, untersteht aber seit 2019 wieder mit einer gewissen Eigenständigkeit der Russisch-Orthodoxen Kirche. Die meisten Gemeinden hat die Erzdiözese in Frankreich. In Deutschland gibt es aktuell zehn Gemeinden und Klöster. Ferner gehört zum Erzbistum das Institut de Théologie Orthodoxe Saint-Serge in Paris, eine Hochschule, die die bedeutendste orthodoxe Bildungseinrichtung in Westeuropa darstellt.
Die UOJ berichtete zuvor, dass beim orthodoxen Winterseminar in München die Familie thematisch im Mittelpunkt stehen wird.
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