Einzigartige Zeugnisse der russischen Emigration wurden digitalisiert

Die Aufnahme von 1948 zeigt Wassili Michajlowitsch Schkurla (links), den spätren Ersthierarchen Metropolit Laurus der russischen Auslandskirche, bei der Kohlernte in Ladomirová/Slowakei.

Das Russische Historische Museum in Jordanville (US-Bundesstaat New York) hat ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt abgeschlossen. Online abrufbar sind nun hunderte historische Fotografien der Bruderschaft des Heiligen Hiob von Potschajew, deren Geschichte eng mit der russischen Emigration nach der Oktoberrevolution und der Entstehung des Dreifaltigkeitsklosters der in Jordanville verbunden ist. Darüber berichtete die Diözese von Ostamerika der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) am 19. Dezember 2025 auf ihrer Webseite.

Die nun veröffentlichte Sammlung umfasst 358 Fotografien aus dem Kloster der Bruderschaft im slowakischen Ladomirová. Die Aufnahmen stammen überwiegend aus den 1920er- bis frühen 1940er-Jahren und dokumentieren den klösterlichen Alltag, liturgische Feiern und das geistliche Leben einer Gemeinschaft, die aus der russischen Emigration nach 1917 hervorging. Ergänzt wird der Bestand durch Bilder aus den 1980er- und 1990er-Jahren.

Historisch bedeutsam ist Ladomirová vor allem als Zwischenstation der Bruderschaft auf ihrem Weg in die Neue Welt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Kloster evakuiert; ein Großteil der Mönche und Nonnen fand in den 1940er-Jahren im Dreifaltigkeitskloster von Jordanville Zuflucht, das sich damals erst im Aufbau befand. Dort setzten sie ihre spirituelle, pädagogische und verlegerische Arbeit fort und prägten Jordanville nachhaltig als Zentrum der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland.

Die Fotografien (Link zur Sammlung) zeigen nicht nur das Klosterleben, sondern auch das enge Verhältnis zur lokalen Bevölkerung. Mehrere Laien traten in die Bruderschaft ein und wurden später zu prägenden Persönlichkeiten der Auslandskirche, darunter Metropolit Laurus (Škurla), der spätere Erste Hierarch der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland, sowie Erzbischof Vitaly (Maximenko) und Metropolit Vitaly (Ustinov).

Mit der Online-Stellung der Sammlung eröffnet das Russische Historische Museum Forschenden und der Öffentlichkeit einen direkten Zugang zu zentralen Quellen der orthodoxen Diasporageschichte des 20. Jahrhunderts. Die Digitalisierung wurde durch ein Förderprogramm des Central New York Library Resources Council ermöglicht und fachlich begleitet von Archiv- und Kirchenvertretern.

Die UOJ berichtete zuvor, dass beim orthodoxen ROKA-Winterseminar in München die Familie thematisch im Mittelpunkt stehen wird.

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