Rachel fordert stärkere Berücksichtigung von Religion in der Außenpolitik

Thomas Rachel (CDU), Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, fordert, die religiöse Dimension konsequent in der deutschen Außenpolitik mitzudenken. Foto: Screenshot YouTube

Thomas Rachel (CDU), Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, fordert, die religiöse Dimension konsequent in der deutschen Außenpolitik mitzudenken. Foto: Screenshot YouTube

Der Beauftragte der deutschen Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel (CDU), mahnt, Religion müsse systematisch in der deutschen Außenpolitik mitgedacht werden. Angesichts weltweiter Angriffe auf religiöse Minderheiten sei dies entscheidend für den Schutz der Menschenrechte, erklärte Rachel am Mittwoch, 17. Dezember 2025, in einem Interview mit domradio.de.

Religions- und Weltanschauungsfreiheit sei ein zentrales Menschenrecht und eng mit Gewissens- und Meinungsfreiheit verbunden, führte Rachel aus. Wo diese Freiheit eingeschränkt werde, gerieten auch andere Menschenrechte unter Druck. Deshalb dürfe Religion in außenpolitischen Analysen und Entscheidungen nicht ausgeklammert werden.

Anhand der Lage in Nigeria machte Rachel deutlich, dass religiöse Konfliktlinien eine zentrale Rolle für Sicherheit und Stabilität spielten. Gewalt durch terroristische Gruppen wie Boko Haram betreffe Christen ebenso wie Muslime. Deutschland müsse Partnerländer dabei unterstützen, religiöse Minderheiten zu schützen und staatliche Verantwortung gegenüber allen Bevölkerungsgruppen wahrzunehmen.

Auch für Syrien forderte Rachel eine klare außenpolitische Perspektive, die die religiöse Vielfalt des Landes einbezieht. Anschläge auf Kirchen, Gewalt gegen Drusen und Alawiten sowie die Unsicherheit vieler Christen zeigten, dass religiöse Fragen untrennbar mit der Zukunft des Landes verbunden seien. Die Bewahrung dieser Vielfalt müsse Teil internationaler Gespräche sein.

Die Einrichtung eines eigenen Beauftragten im Auswärtigen Amt wertete Rachel als Signal für die wachsende Bedeutung des Themas. Sein Ziel sei es, die religiöse Dimension dauerhaft in die Außenpolitik zu integrieren und so frühzeitig auf Bedrohungen für Minderheiten aufmerksam zu machen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass religiöse Minderheiten politische Unterstützung in Gießen suchten.


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