Orthodoxe Bischöfe riefen zu verstärkter christlicher Zusammenarbeit auf

Im Zeichen der Nizäa-Ikone riefen die orthodoxen Bischöfe mit ihrer Enzyklika zur verstärkten christlichen Zusammenarbeit auf (Aufnahme vom Festgottesdienst zum Nizäa-Jahr in Trier). Foto: OBKD
Auf ihrer Herbstkonferenz in Berlin haben die orthodoxen Bischöfe in Deutschland am 29. November 2025 eine Enzyklika zur Ermutigung der christlichen Zusammenarbeit beschlossen. Darin betonen sie angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen die gemeinsame Verantwortung der Christen und erklären ökumenisches Handeln ausdrücklich zum Gebot. Die OBKD veröffentlichte den vollständigen Text auf ihrer Webseite.
Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) hat zum Abschluss ihrer Herbstkonferenz die „Enzyklika der orthodoxen Bischöfe in Deutschland an die Kirchengemeinden zur Ermutigung der christlichen Zusammenarbeit aus Anlass des Nizäa-Jahres“ verabschiedet. Ausgangspunkt ist die Lebenswirklichkeit von rund vier Millionen orthodoxen Christinnen und Christen in Deutschland, von denen die meisten eine Migrationsgeschichte haben.
Die Enzyklika greift biblische Beispiele des Lebens in der Fremde auf – von Abraham über das babylonische Exil bis hin zu Christus selbst – und deutet sie als Orientierung für orthodoxes Leben in einer pluralen und säkular geprägten Gesellschaft. Maßstab seien Heilige Schrift und kirchliche Tradition, verbunden mit dem Auftrag, das Wohl des Landes mitzugestalten, in dem man lebt.
Vor dem Hintergrund des 1700-jährigen Jubiläums des Ersten Ökumenischen Konzils von Nizäa erinnern die Bischöfe an die Grundlagen des gemeinsamen christlichen Glaubens. In Deutschland lebten Orthodoxe in einem Land mit christlicher Prägung und erfuhren vielfach Unterstützung durch andere Konfessionen, etwa bei der Nutzung von Kirchenräumen oder beim Bau eigener Gotteshäuser.
Angesichts von aggressivem Säkularismus, wachsendem Atheismus und der weltweiten Christenverfolgung sei die Zusammenarbeit der Christen unerlässlich. Die Bewahrung der orthodoxen Identität schließe dies nicht aus, sondern setze es voraus. Wörtlich heißt es: Die christliche Zusammenarbeit sei „nicht nur eine Option, sondern ein Muss“.
In der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland sind die kanonischen orthodoxen Kirchen des Landes vertreten; die russisch-orthodoxe Kirche nimmt derzeit lediglich mit Beobachterstatus teil.
Die UOJ berichtete zuvor, dass eine staatlich geförderte Veranstaltung in Berlin Weihnachten entkolonialisieren wollte.
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