„Man kann nicht Christ sein, ohne den Glauben an die Dreifaltigkeit“

Bischof Irenei erläutert in seiner Reihe „Katechismus durch Anathema“ die zentralen Glaubenssätze der Orthodoxie und deren Bedeutung für das Leben der Gläubigen. Foto: Screenshot YouTube

In einem neuen Video vom 10. November 2025 setzt Bischof Irenei von London und Westeuropa der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) seine Lehrreihe über die Anathemen der orthodoxen Kirche fort. Er betont die untrennbare Einheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist sowie die Notwendigkeit von Christi Menschwerdung, Leiden, Tod und Auferstehung für die Erlösung. Wer diese Grundlagen ablehnt, verlässt nach orthodoxem Verständnis die Gemeinschaft der Gläubigen. Die Betrachtungen des Bischofs werden in englischer Sprache auf dem YouTube-Kanal „Patristic Nectar“ veröffentlicht.

Das dritte Anathema macht deutlich, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist eins im Wesen und gleich an Ehre sind. Bischof Irenei weist darauf hin, dass die Leugnung dieser Einheit nicht nur theologisch falsch sei, sondern auch den Platz des Gläubigen in der Kirche infrage stelle: „Wenn du an ihn glauben willst, musst du das annehmen, was er uns über sich selbst sagt und zeigt.“

Das vierte Anathema richtet den Blick auf das Heilswerk Christi: Seine Menschwerdung, sein freiwilliges Leiden, sein Tod und seine Auferstehung seien notwendig für die Erlösung und die Vergebung der Sünden. Wer Christus lediglich als Lehrer oder Propheten sehe, verkenne die zentrale Botschaft des Evangeliums. „Wer nicht glaubt, dass der Sohn Gottes im Fleisch gekommen ist und für uns gestorben und auferstanden ist, glaubt nicht an Christus, wie er wirklich ist“, so Bischof Irenei.

Das fünfte Anathema betont, dass die Gnade der Erlösung, wie sie im Evangelium gepredigt wird, der einzige Weg zur Rechtfertigung vor Gott ist. Dabei unterstrich der Bischof den seelsorgerlichen Zweck der Anathemen: Sie zeigten den Gläubigen klar die Grenzen des orthodoxen Glaubens auf, ohne Menschen zu zwingen, sondern als Warnung und Leitlinie für ein wahrhaft christliches Leben. „Unsere Rolle als Kinder der Kirche ist es, zu wissen, dass dies der eine Name unter dem Himmel ist, der zur Erlösung führt“, erklärte der Geistliche.

Die Betrachtungen „Katechismus durch Anathemen“ behandeln die 17 Anathemen, die in der russischen Auslandskirche verkündet werden. Bischof Irenei betont, dass die Anathemen die Glaubensgrundsätze der Orthodoxie verdeutlichen: Sie lehren, was Christen glauben sollen, und markieren die Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen, um die wahre Gemeinschaft der Kirche zu wahren. „Die Kirche packt uns nicht am Kragen und hält uns nicht auf. Wir behalten unsere Freiheit, selbst in die Irre zu gehen“, so der Bischof.

Anathema 3 bis 5:




Einführung, Anathema 1 und 2:



Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Nikolaj, Ersthierarch der ROKA, zur rechten Geisteshaltung beim Kirchenbesuch mahnte.


Lesen Sie auch

Zwei Lebenswege zwischen Sinnsuche und Glauben

Macher der orthodoxen Theosis-App berichten in Podcast über Umkehr, Scheitern und die Frage nach Wahrheit

Metropolit Grigorije zelebriert Heilige Liturgie in den USA

Gottesdienst in Lyon (Illinois) am Sonntag des Zöllners und des Pharisäers – Predigten zu Demut und Gebet

Bischof Clement feierte Gebetsgottesdienst vor Abtreibungsklinik in New York

Orthodoxe Pro-Life-Bewegung setzt kontinuierlich Zeichen gegen Abtreibung

Die Kathedrale des Heiligen Sava in Cleveland feierte ihr Patronatsfest

Festliche Liturgie, Gemeindeleben und geistlicher Appell zum Gedenktag des serbischen Nationalheiligen

Patriarch Daniil: „Ziel des christlichen Glaubens ist die Begegnung mit Gott“

Festgottesdienst in der Stadt Zemen – die geistliche Bedeutung des Hochfestes stand im Mittelpunkt

Metropolit Nikolaj besuchte orthodoxe Missionsgemeinde in Sosúa

Ersthierarch der Russischen Auslandskirche feierte Gottesdienste in der Dominikanischen Republik