Syrische Christen erklärten weshalb sie nicht Heimkehren können

Kirche in Syrien. Foto: Evangelische Zeitung

Am 8. Dezember 2025 erschien die Nachricht, dass ein Jahr nach dem Fall des Assad-Regimes Vertreter der syrischen Christen ein zunehmend düsteres Bild der Lage in ihrer Heimat zeichnen. In einem Gespräch schilderte Amill Gorgis, Ökumene-Beauftragter der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien in Berlin, dass viele Christen trotz des politischen Umbruchs keine Perspektive in Syrien sehen. Die Hoffnungen, die das Ende der Diktatur begleitet hatten, seien angesichts neuer radikalislamischer Strukturen verflogen. Darüber berichtete Evangelische Zeitung.

Gorgis berichtete von Übergriffen auf religiöse Minderheiten, geschändeten Friedhöfen, Entführungen und Anschlägen wie dem Bombenattentat auf die Mar-Elias-Kirche im Juni, bei dem 30 Menschen starben. Besonders alarmierend sei jedoch die Situation an vielen Schulen. Dort würden islamistische Parolen verbreitet, die christliche Kinder unter starken Druck setzten. Die wenigen kirchlichen Schulen könnten dies nicht mehr ausgleichen, da die frühere Mittelschicht als tragende Kraft verarmt sei und finanzielle Unterstützung fehle.

Obwohl sich Bischöfe und kirchliche Organisationen kritisch äußerten, ändere sich vor Ort wenig. Offiziell betone die neue Führung ein harmonisches Zusammenleben, während radikale Gruppen ungehindert agieren könnten – etwa wenn sie mit Lautsprechern vor Kirchen den Koran rezitierten und Gottesdienste störten. Vor diesem Hintergrund, so Gorgis, sei nachvollziehbar, dass viele syrische Christen aus Deutschland nicht über eine Rückkehr nachdenken und stattdessen auf internationale Unterstützung für die bedrohten Gemeinden hoffen.

Zuvor hat die UOJ berichtet, dass die orthodoxe Jugend in Norddeutschland einen Weihnachtsball für Januar 2026 ankündigte.

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