Bischof Hiob betrachtet die tiefe liturgische Bedeutung des Credo
Bischof Hiob legt in einem Aufsatz die mystagogische Bedeutung des Glaubensbekenntnisses in der Orthodoxie dar. Foto: Der Bote
In einem neuen Beitrag vom 8. Dezember 2025 auf der Diözesan-Webseite „Der Bote“ beleuchtet Bischof Hiob Bandmann (deutsche Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland, ROKA) die Rolle des Glaubensbekenntnisses (Credo) in der orthodoxen Liturgie. Er betont, dass das Nizäno-Konstantinopolitanum seit der frühen Kirche ein lebendiges Zeugnis des Glaubens geblieben sei und besonders in der Göttlichen Liturgie der orthodoxen Kirche seinen zentralen Platz habe.
Bischof Hiob von Stuttgart erläutert den mystagogischen Charakter der Liturgie: Die Teilnehmer werden in das Mysterium des Sakraments eingeführt, wobei das Credo die Verbindung zwischen Taufe und Eucharistie herstellt. Das Glaubensbekenntnis steht unmittelbar vor dem Eucharistischen Kanon und wird durch die liturgischen Handlungen wie Friedenskuss, Verneigungen der Priester und das Küssen von Diskos, Kelch und Antimins in den Kontext der Eucharistie eingebettet.
Darüber hinaus beschreibt der Bischof historische und theologische Aspekte, etwa den Brauch der disciplina arcani, bei dem Katechumenen aus dem Gottesdienst ausgeschlossen wurden, um das Credo und die Glaubenslehre vor Ungetauften zu bewahren.
Die Quintessenz des Glaubensbekenntnisses, das Bekenntnis zur Heiligen Dreifaltigkeit und die zentrale Lehre vom homoousios („eines Wesens“), wird als Grundlage der orthodoxen Liturgie hervorgehoben. Der Geistliche unterstreicht, dass das Credo nicht nur eine liturgische Formel sei, sondern die Gläubigen aktiv in die tiefe Erfahrung des Glaubens und der Eucharistie hineinführe.
Der Beitrag hebt außerdem hervor, wie das Glaubensbekenntnis heute noch als lebendiges Element der orthodoxen Kirche wirkt: Es verbindet Katechumen, getaufte Gläubige und die gesamte Gemeinde im gemeinsamen Bekenntnis des Glaubens, vertieft das Verständnis der Sakramente und stärkt die Einheit der orthodoxen Gemeinschaft – und das seit dem Konzil von Nizäa 325.
Die UOJ berichtete zuvor, dass es bei der Konferenz zum Jubiläum der deutschen ROKA-Diözese noch freie Plätze gibt.
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