EU-Petition entfacht Streit um Abbrüche in Baden-Württemberg

Symbolbild für Schwangerschaftsabbruch. Foto: tagesschau

Am 04. Dezember 2025 erschien die Nachricht, dass in Baden-Württemberg der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen angeblich stark eingeschränkt sei. Große Entfernungen, "veraltete Methoden" und ein Mangel an Beratungsstellen würden die Lage prägen. Nach der ELSA-Studie kommen im Land rund 94.000 Menschen auf eine Beratungsstelle, in mehreren Landkreisen gibt es gar kein Angebot. Pro-Familia-Landeschefin Pia Riegger spricht von einer klaren "Unterversorgung" und warnt, dass Frauen "ihr Recht auf einen Abbruch nur mit hohem Aufwand durchsetzen können." Darüber berichtete swr.

Die Polarisierung in dieser ohnehin schwierigen Debatte könnte durch die EU-Bürgerinitiative „My Voice, My Choice“ noch verstärkt werden. Sie fordert einen europaweit "sicheren" und kostenfreien Zugang zu Abbrüchen sowie finanzielle Unterstützung für Länder, in denen die Versorgung angeblich mangelhaft sei. Für Baden-Württemberg könnte das den Ausbau von Beratungsstellen und eine deutliche Entlastung bedeuten. Befürworter dieser Initiative sind der Ansicht, dass die Petition das Thema aus der Tabuzone holt und politische Aufmerksamkeit erzeugt.

Scharfe und relevanten Gegenstimmen kommen aus der Lebensschutz-Bewegung. Vertreterinnen wie Dorothea Linden vom Verein ALfA werfen der Initiative vor, gegen grundlegende Werte wie Lebensschutz und Menschenwürde zu verstoßen. Doch trotz der Kritik wächst die Resonanz: Über eine Million Menschen haben unterschrieben. Am 18. Dezember wird das EU-Parlament über die Initiative beraten.

Zuvor hat die UOJ berichtet, dass die Rolle der katholischen Kirche neue Diskussionen in Kroatien erweckte.
 

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