Die Rolle der katholischen Kirche erweckte neue Diskussionen in Kroatien

Symbolbild eines Geistlichen. Foto: vijesti

Die römisch-katholische Kirche in Kroatien steht zunehmend in der Kritik, weil sie sich intensiv in politische Fragen einmischt. Zuletzt wandte sich die Bischofskonferenz gegen die geplante Umbenennung von Straßen mit Ustascha-Bezug. Fachleute sehen darin keinen Einzelfall, sondern eine breit angelegte kirchliche Einflussnahme auf staatliche Entscheidungen in Bereichen wie Abtreibung, Sexualerziehung oder Geschichtspolitik. Darüber berichtete vijesti.

Theologe Branko Sekulić führt diese Entwicklung auf einen tief verankerten Ethnoreligionismus zurück, der kirchliche Autorität mit ethnonationalen Ideologien verbindet. Nach seiner Einschätzung verhindert dieses Denken eine klare Distanzierung von extremistischen historischen Akteuren und begünstigt eine Rhetorik, die politisch Andersdenkende als Feinde behandelt. Kritiker warnen, dass diese Haltung die gesellschaftliche Spaltung fördert und demokratische Prozesse schwächt.

Der Politphilosoph Jaroslav Pecnik verweist zudem auf materielle Interessen. Die Kirche profitiert in Kroatien von umfangreichen Privilegien und nutzt ihre moralische Autorität, um politischen Einfluss zu sichern. Pecnik kritisiert besonders frühere linke Regierungen, die der Kirche aus Rücksicht entgegengekommen seien und damit ihren heutigen Machtanspruch weiter gestärkt hätten.

Zuvor hat die UOJ berichtet, dass die Bulgarische Gemeinde in Mailand den Heiligen Ambrosius feierte.

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