Priester Matthias Fröse: „Fasten ist eine Rückkehr unseres Herzens zu Gott“
Priester Matthias Fröse betont im Video das Fasten als Weg der inneren Heilung und geistlichen Erneuerung. Foto: Screenshot YouTube
In seinem ersten thematischen Videobeitrag außerhalb der Predigten spricht Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz (ROK) in der Außenstelle Meisenheim über Sinn und geistliche Tiefe des Fastens sowie über dessen praktische Umsetzung im modernen Alltag. Er betont die innere Dimension des Fastens und die Bedeutung geistlicher Begleitung. Die Gemeinde veröffentlichte dies auf ihrem YouTube-Kanal.
Priester Matthias Fröse erklärt in seinem Video, dass Fasten in der Orthodoxen Kirche kein äußerlicher Verzicht und keine Diät sei, sondern ein „Weg der Heilung“, der das Herz zu Gott zurückführt. Die Kirche gebe dafür einen festen Jahresrhythmus von Fastenzeiten vor, der die Gläubigen tragen und formen solle – vom Großen Fasten vor Pascha bis zu den wöchentlichen Fastentagen am Mittwoch und Freitag.
Ein zentrales Thema des Beitrags ist die geistliche Vorbereitung. Fasten beginne stets im Herzen und sei untrennbar mit dem Gebet verbunden. Der Geistliche hebt besonders das Jesusgebet als geistlichen „Atem“ hervor, der auch im hektischen Alltag – etwa im Auto oder beim Warten – das innere Leben ordnen könne.
Großen Wert legt er auf die Begleitung durch den geistlichen Vater. Niemand solle eigenmächtig fasten, besonders nicht bei gesundheitlichen Belastungen wie Diabetes oder Magenerkrankungen. Die Kirche wolle heilen, nicht überfordern. Anpassungen seien kein Versagen, sondern Ausdruck von Demut.
Damit Fasten im Alltag gelinge, rät der Priester zu einem einfachen Lebensstil und zur Orientierung am kirchlichen Fastenkalender. Versuchungen seien normal, doch entscheidend sei Treue im jeweiligen Moment. Fasten sei kein Examen, sondern ein therapeutischer Weg, auf dem auch Rückschläge dazugehören. Ziel sei eine innere Veränderung hin zu mehr Ruhe, Klarheit und Liebe.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzbischof Tichon den Mainzer Diakon Andrej Guwa zum Priester geweiht hatte.
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