Die Kirche feiert das Andenken an den Heiligen Johannes Chrysostomos

Ikone des Heiligen Johannes Chrysostomos. Foto: öffentliche Quellen

Am 27. November (14. November nach dem julianischen Kalender) feiert die Orthodoxe Kirche das Andenken an den Heiligen Johannes von Konstantinopel, der wegen seiner außergewöhnlichen Begabung als Prediger den Beinamen Chrysostomos (Goldmund) erhielt. Er lebte im 4. und 5. Jahrhundert und hinterließ ein reichhaltiges geistliches Erbe. Seine Auslegungen der Heiligen Schrift, Predigten und liturgischen Werke bilden bis heute die Grundlage der orthodoxen Theologie.

Johannes wurde um 347 in Antiochia geboren und widmete sich seit seiner Jugend dem Dienst an Gott. Seine Redekunst und sein tiefes Verständnis der Heiligen Schrift machten ihn zu einem der einflussreichsten Kirchenmänner seiner Zeit. Im Jahr 398 wurde er zum Patriarchen von Konstantinopel ernannt.

Der Heilige wurde nicht nur durch seine Predigten berühmt, sondern auch durch seine Fürsorge für die Armen, seine Anprangerung der Laster der Mächtigen und seine Reformen des kirchlichen Lebens. Seine kompromisslose Haltung in Bezug auf Moral und Gerechtigkeit stieß am kaiserlichen Hof auf Unmut.

Ein besonders heftiger Konflikt entstand mit Kaiserin Eudoxia, die der Heilige wegen ihres Luxuslebens und ihrer ungerechten Behandlung des Volkes anprangerte. Im Jahr 403 wurde Johannes auf einem gegen ihn einberufenen Konzil unrechtmäßig abgesetzt und ins Exil geschickt. Die Empörung des Volkes war so groß, dass die Kaiserin gezwungen war, ihn zurückzuholen.

Doch schon bald wurden die Verfolgungen mit neuer Kraft wieder aufgenommen. Im Jahr 404 wurde der Heilige endgültig aus Konstantinopel verbannt und in die ferne Verbannung nach Armenien geschickt. Drei Jahre lang lebte er unter schwersten Bedingungen, schrieb weiterhin Briefe und unterstützte seine Herde geistlich.

Im Jahr 407 beschlossen die Behörden, den Heiligen an einen noch entlegeneren Ort zu verlegen. Von Krankheiten und Entbehrungen gezeichnet, hielt der 60-jährige Johannes den beschwerlichen Weg nicht aus und starb am 14. September in Komana mit den letzten Worten: „Gott sei Dank für alles!“

Die Gläubigen beten zum Heiligen als Schutzpatron der Prediger, Lehrer und aller, die nach Wahrheit und Gerechtigkeit streben.

Der Heilige Johannes Chrysostomos ist der Verfasser der Liturgie, die bis heute an den meisten Tagen des Jahres in der Orthodoxen Kirche gefeiert wird.

Zuvor schrieb die UOJ über den Gedenktag des Heiligen Tichon von Moskau.

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