Metropolit Grigorije in Podgorica: „Gott möchte, dass wir leben“

Metropolit Grigorije bei der Heiligen Liturgie in der Auferstehungskathedrale von Podgorica, begleitet von mehreren Erzpriestern. Foto: Eparchie

Am 24. Sonntag nach Pfingsten, dem 23. November 2025, leitete Metropolit Grigorije von Düsseldorf und Deutschland die Heilige Liturgie in der Auferstehungskathedrale von Podgorica, Montenegro. Darüber berichtete die deutsche Eparchie auf ihrer Webseite.

In seiner Predigt ging Metropolit Grigorije auf das Evangelium nach Lukas ein, das zwei Wundergeschichten miteinander verbindet: die Heilung einer Frau, die zwölf Jahre lang an Blutungen gelitten hatte, und die Auferstehung der zwölfjährigen Tochter des Synagogenvorstehers Jaïrus (Lk 8,41–56). Er betonte die symbolische Bedeutung der Zahl zwölf und zeigte, wie beide durch den Glauben und ihre Begegnung mit Jesus Heilung erfuhren – sowohl körperlich als auch geistig.

Die blutende Frau näherte sich Jesus schamvoll von hinten und berührte seinen Mantel. Durch diese Geste und ihren Glauben wurde sie nicht nur von ihrer Krankheit geheilt, sondern erhielt auch ihre Würde zurück. Der Geistliche hob hervor, dass Jesu Worte: „Frau, dein Glaube ist groß“, weit über körperliche Heilung hinausgehen und geistige Erneuerung bedeuten.

Auch Jaïrus, ein Mann von hoher gesellschaftlicher Stellung, zeigte Demut, indem er sich vor Jesus niederwarf, um für das Leben seiner Tochter zu beten. Metropolit Grigorije wies darauf hin, dass Jesus ihm Mut zusprach: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ – ein zentraler Satz, der den Kern des Glaubens und Vertrauens in Gott ausdrücke.

Der Metropolit erklärte die beiden „Berührungen“ im Evangelium: die Berührung des Menschen, der Heilung und Leben sucht, und die Berührung Gottes, der Vertrauen und Leben schenkt. Daraus folge, dass das Lebensziel des Menschen darin bestehen sollte, den lebendigen Gott zu berühren, um Sterblichkeit in Unsterblichkeit zu verwandeln.

Besonders betonte er die Würde der Frauen, die in den Evangeliumsgeschichten sichtbar wird. Er kritisierte, dass Frauen in der Gesellschaft oft verachtet oder herabgesetzt werden, und mahnte, die Gleichwertigkeit aller Menschen vor Gott anzuerkennen. Er rief die Gläubigen auf, Christus nachzufolgen, alle Menschen gleich zu lieben und Heilung, Frieden, Freude und die Liebe Gottes in die Welt zu bringen.

Abschließend ermutigte der Metropolit, die Botschaft des Evangeliums aktiv zu leben und durch Glauben und Liebe die Gegenwart Gottes erfahrbar zu machen: „Möge er uns wiederbeleben, auferwecken, heilen und erlösen. (Video in serbischer Sprache hier)“

Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbische Patriarch Porfirije mahnte: „Der Herr ist weder Revolutionär noch Sozialreformer.“


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