Graz hat erste Drogenkonsumräume Österreichs geplant

Symbolbild eines Drogenabhängigen. Foto: ORF

Am 05. November 2025 erschien die Nachricht, dass der Grazer Gemeinderat im Oktober einstimmig beschlossen hat, den ersten offiziellen Drogenkonsumraum Österreichs einzurichten. Damit möchte die Stadt eine Vorreiterrolle übernehmen. Bis zur Umsetzung ist es jedoch noch ein weiter Weg, da es dafür eine Anpassung des Suchtmittelgesetzes auf Bundesebene braucht. Darüber berichtet ORF.

Im vorgesehenen Konsumraum sollen Menschen mit Suchterkrankungen künftig die Möglichkeit erhalten, unter sauberen Bedingungen und in Anwesenheit von medizinischem Personal intravenöse Drogen zu konsumieren. Die Stadt erhofft sich davon eine deutliche Entlastung des öffentlichen Raums sowie eine Verringerung von Infektionsgefahren, die durch verunreinigte Spritzen und Zubehör entstehen. Gesundheits- und Sozialstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) erklärte, dass es vor allem darum gehe, lebensbedrohliche Überdosierungen zu verhindern und zugleich die Präventionsarbeit auszubauen. Eine entsprechende Petition an den Bund zur notwendigen Gesetzesänderung ist bereits in Vorbereitung.

Vergleichbare Einrichtungen existieren in Deutschland und der Schweiz bereits seit längerer Zeit. Dort erhalten suchtkranke Menschen neben der Möglichkeit des überwachten Konsums Zugang zu Beratung, Entzugshilfe und therapeutischer Begleitung. Fachleute berichten, dass die medizinische Betreuung den Gesundheitszustand vieler Betroffener deutlich verbessert habe, jedoch ohne dass die offene Drogenszene spürbar kleiner geworden wäre. Benedikt Vogt vom Konsumraum in Freiburg erklärt, dass der Konsum nur unter strengen Bedingungen erlaubt ist, etwa ohne Unterstützung beim Injizieren, ohne Handel und ohne Austausch von Substanzen. Die Konsumräume gelten außerdem als strikt gewaltfreie Bereiche.

Zuvor hat die UOJ berichtet, dass ein rumänisch-orthodoxes Kinder- und Jugendcamp in Österreich stattfand.

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