Erzpriester Matthias Zierenberg: „Christus zwingt niemanden zur Heilung“

Erzpriester Matthias Zierenberg rief in Limburg dazu auf, den freien Willen als Gabe Gottes zu bewahren und die geistliche Heilung nicht aus Bequemlichkeit abzuweisen. Foto: Screenshot YouTube

In seiner Predigt am Sonntag, dem 9. November 2025, in der serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg deutete Erzpriester Matthias Zierenberg den Text über die Heilung des Besessenen aus dem Lukasevangelium (8, 26–39) als Bild für den geistlichen Zustand der Menschheit, die sich von Gott entfernt habe. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Erzpriester Matthias Zierenberg erklärte, der Besessene aus dem Land der Gerasener stehe für den Menschen, der „das Kleid der Gnade und der Tugend verloren“ habe und von den „Dämonen der Leidenschaften“ getrieben werde. Seit der Sintflut sei die Menschheit von dunklen Mächten versucht und gequält. Diese dämonischen Kräfte, so der Priester, fänden auch heute ihren Ausdruck – etwa in Versuchungen des modernen Lebens, in der Abhängigkeit von Konsum, Medien und Genusssucht.

Der Geistliche betonte, dass Christus den Menschen die Freiheit geschenkt habe, sich immer wieder zu befreien – durch Taufe, Beichte und bewusste Hinwendung zu Gott. „Jeder ist sich selbst der Urheber seiner Strafe“, sagte Zierenberg. Wer seinen freien Willen leichtfertig aufgebe, öffne die Tür zum Bösen.

Erzpriester Matthias Zierenberg warnte zugleich davor, den Glauben durch Bequemlichkeit oder Angst zu verdrängen. Wie die Menschen von Gerasa Christus baten, fortzugehen, so wiesen auch heute viele seine Gegenwart ab, um ihr gewohntes Leben nicht zu verändern. Christus aber zwinge niemanden, sondern biete Heilung nur dem an, der sie freiwillig annehme.



Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbisch-orthodoxe Metropolit Grigorije in Wiesbaden über das Gleichnis vom Sämann gepredigt hatte.

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