Patriarch Porfirije: „Das Himmelreich ist bereits unter uns gegenwärtig“
Patriarch Porfirije während der Liturgie in der Belgrader Kathedrale des Heiligen Erzengels Michael. Foto: Patriarchat
Am 22. Sonntag nach Pfingsten und am Gedenktag des heiligen Märtyrers Nestor (9. November) zelebrierte der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije die Heilige Liturgie in der Kathedrale des Heiligen Erzengels Michael in Belgrad. In seiner Predigt über das Evangelium vom reichen Mann und dem armen Lazarus (Lk 16,19-31) betonte er, dass die Erzählung keine soziale oder wirtschaftliche, sondern eine geistliche Botschaft enthalte. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.
Das Himmelreich, so Patriarch Porfirije in der Belgrader Kathedrale, sei keine ferne Zukunft, sondern eine Wirklichkeit, die bereits hier und jetzt gegenwärtig sei. Es hänge vom Verhältnis des Menschen zum Wort Gottes und zu seinen Mitmenschen ab. „Der Herr schenkt jedem alles, was zum Erkennen des Reiches Gottes nützt“, sagte der Patriarch. Reichtum und Armut seien nur äußere Bedingungen, in denen sich das geistliche Leben des Menschen entwickle.
Weiter hob der Patriarch hervor, dass alle Gebote und das Gesetz Gottes nicht als Befehle zu verstehen seien, sondern als Beschreibung des Lebens Christi, an dem jeder Gläubige teilhaben könne. Durch Gnade und Liebe, so der Geistliche, sei der Mensch berufen, sich an diesem göttlichen Leben zu beteiligen.
Als „Schlüssel zum Verständnis des Geheimnisses Christi“ bezeichnete er die Buße, die von der Tugend der Todeserinnerung begleitet werde. Diese erinnere den Menschen daran, dass sein Leben ein Ziel habe, und wecke geistlichen Eifer. Niemand sei ohne Sünde, sagte der Hierarch, doch der Herr richte jeden, der falle, in seiner Liebe wieder auf.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Porfirije das Fest des Heiligen Demetrius in Belgrad gefeiert hatte.
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