Ramadan und Opferfest: Muslime können in Schleswig-Holstein frei nehmen

Ramadanfest in Deutschland: In Schleswig-Holstein dürfen muslimische Schüler künftig freinehmen – Arbeitnehmer müssen Urlaub beantragen.

Schleswig-Holstein würdigt das Ramadan- und Opferfest künftig offiziell – allerdings ohne neue gesetzliche Feiertage. Ein Vertrag mit dem Verband der Islamischen Kulturzentren ermöglicht Muslimen, auf Antrag freizunehmen. Das sorgt für Lob, Kritik und Missverständnisse. Darüber berichten u. a. Medien wie „Welt“ und RTL.

Ein neuer Staatsvertrag zwischen dem Bundesland Schleswig-Holstein und dem Verband der Islamischen Kulturzentren Norddeutschland (VIKZ) sorgt für bundesweite Aufmerksamkeit. Künftig können muslimische Beamte, Angestellte sowie Schüler an den ersten Tagen des Ramadan- und Opferfestes freigestellt werden – sofern sie dies beantragen. Gesetzliche Feiertage entstehen dadurch nicht.

Wer arbeiten muss, kann regulären Urlaub nehmen, wobei der Antrag – wie üblich – aus betrieblichen Gründen abgelehnt werden kann. Für Schüler gilt: Sie dürfen an den beiden Feiertagen entschuldigt zu Hause bleiben.

Kulturministerin Dorit Stenke (CDU) sieht in dem Vertrag ein Signal der Wertschätzung: „Muslime sind Teil unserer Gesellschaft. Der Vertrag steht für Anerkennung und Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften.“ Auch Murat Pırıldar vom VIKZ spricht von einem „wichtigen Schritt“.

Kritik kommt von der Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter. Sie bemängelt, dass vor allem konservative Islamverbände Einfluss erhalten, während liberale Stimmen kaum gehört würden. Zudem hätten Muslime ohnehin an christlichen Feiertagen frei.

Solche vertraglichen Regelungen gibt es bereits in Hamburg, Hessen, NRW und Berlin. Gesetzlich zusätzliche Feiertage wurden dort ebenso wenig eingeführt. In Deutschland leben etwa 5,5 Millionen Muslime, davon rund 120.000 in Schleswig-Holstein.

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