Patriarch Porfirije weihte eine im Krieg zerstörte Kathedrale in Slawonien
Der serbische Patriarch Porfirije betonte, dass die Kirche in Pakrac von der Kreuzigung, aber auch von der Auferstehung zeugt. Foto: spc.rs
Am 13. Sonntag nach Pfingsten, dem 7. September 2025, hat der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit in der nordkroatischen Stadt Pakrac nach umfassender Renovierung geweiht. Die Serbisch-Orthodoxe Kirche feierte damit die Wiederherstellung eines jahrzehntelang schwer beschädigten geistlichen Zentrums der Diözese Slawonien. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.
Die serbisch-orthodoxe Kathedrale war während des Kroatienkriegs (1991–1995) schwer beschädigt und beinahe vollständig zerstört worden. Mit der Weihe durch Patriarch Porfirije und der Feier der Heiligen Liturgie kehrte geistliches Leben in das historische Gotteshaus zurück.
Die Kirche, ursprünglich im 18. Jahrhundert errichtet, gilt als bedeutendstes orthodoxes Bauwerk der Region. In seiner Predigt betonte Patriarch Porfirije, dass die Kathedrale ein Zeichen für Kreuz und Auferstehung sei: trotz tiefster Wunden bezeuge sie, dass Gott der Herr der Geschichte und der Liebe sei. Er rief dazu auf, sich in Liebe, Verständnis und im Gebet zu versammeln.
An der feierlichen Konzelebration nahmen zahlreiche orthodoxe Hierarchen aus dem In- und Ausland teil, darunter Metropolit Grigorije, Bischof der Serbisch-Orthodoxen Eparchie von Düsseldorf und ganz Deutschland.
Ein weiterer Höhepunkt war die Wiedereröffnung der historischen Bischofsbibliothek im nahegelegenen Bischofspalast. Die Bibliothek mit einer der weltweit bedeutendsten Sammlungen früher serbischer Drucke war im 20. Jahrhundert beschlagnahmt, geplündert und später nur teilweise zurückgegeben worden. Sie blieb unter anderem durch das Eingreifen des kroatischen Offiziers Ivan Hiti im letzten Krieg erhalten – dieser wurde für seine Verdienste vom Heiligen Synod der Serbisch-Orthodoxen Kirche ausgezeichnet.
Die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit, ursprünglich zwischen 1745 und 1768 erbaut, war im Laufe ihrer Geschichte mehrfach Ziel von Gewalt und Plünderung – insbesondere im Zweiten Weltkrieg und während des Krieges in Kroatien. Die jetzige Wiederherstellung, begonnen 2003, markiert einen historischen Wendepunkt und gibt Hoffnung auf Versöhnung und geistliche Erneuerung in der Region. Vor dem Kroatien-Krieg waren die Serben die größte Bevölkerungsgruppe in Pakrac, heute liegt ihr Anteil bei etwa 15 Prozent.
Die UOJ berichtete zuvor, dass das Oberhaupt der Serbisch-Orthodoxen Kirche mahnte, die Kirche dürfe sich nicht dem Zeitgeist anpassen.
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