Eritrea: Sieben Geistliche sitzen seit über 20 Jahren grundlos in Haft

Seit über 20 Jahren in Haft: Haile Naizge (l.) und Dr. Tekleab Menghisteab, zwei der sieben Geistlichen: Fotos: Open Doors

In Eritrea werden sieben Geistliche seit über 20 Jahren ohne Anklage oder Gerichtsverfahren im Gefängnis festgehalten. Darauf weist das christliche Hilfswerk Open Doors anlässlich des UN-Gedenktages für die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung hin.

Das einzige Vergehen der Inhaftierten bestand darin, ihre Religionsfreiheit jenseits der restriktiven staatlichen Vorgaben auszuüben. Die Regierung Eritreas, das oft als das „Nordkorea Afrikas“ bezeichnet werde, dulde keinerlei Dissens. Christliche Gemeinschaften würden extremem Druck ausgesetzt. Das Land sei berüchtigt dafür, einige Gefangene in Schiffscontainern festzuhalten, so Open Doors.

Bei den sieben Geistlichen handelt es sich um Haile Naizge, Dr. Kuflu Gebremeskel, Million Gebreselassie, Dr. Futsum Gebrenegus, Dr. Tekleab Menghisteab, Gebremedhin Gebregiorgis und Kidane Weldou.

Bis heute wurde keiner der Männer angeklagt oder auch nur vor Gericht gestellt. Sie haben keinen Rechtsbeistand, und ihren Familien wurde nicht gestattet, sie zu besuchen.

Unter den sieben inhaftierten Klerikern sind auch drei orthodoxe Priester – und das, obwohl die eritreisch-orthodoxe Kirche eine von nur vier Religionsgemeinschaften ist, die offiziell in Eritrea tätig sein dürfen. Diese sind die eritreisch-orthodoxe, die lutherische und die römisch-katholische Kirche sowie der sunnitische Islam.

Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland, sagt: „Es ist wichtig, diese Kirchenleiter auch nach zwei Jahrzehnten in Haft nicht zu vergessen. Wir rufen alle Politiker und kirchlichen Amtsträger dazu auf, ihre Möglichkeiten zu nutzen, um auf die Freilassung der vielen unschuldig Inhaftierten in Eritrea hinzuwirken. Vor allem aber bitte ich alle Christen, für die Freilassung der inhaftierten Kirchenleiter zu beten.“

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