Kleriker des Ökumenischen Patriarchats: In der Ukraine wird Gewalt gegen die Kirche ausgeübt
Andrei Kordotschkin. Foto: Screenshot aus dem Video von FROK-Studio
In einem Interview mit FROK-Studio kommentierte Erzpriester Andrei Kordotschkin, der 2023 von der Russischen Orthodoxen Kirche wegen seiner Antikriegshaltung suspendiert wurde, die religiöse Situation in der Ukraine.
Seiner Meinung nach hätte die Frage der Autokephalie „anders gelöst werden müssen“, denn infolge der Verleihung des Tomos an die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) sei es „anstatt einer Vereinigung der orthodoxen Gläubigen in der Ukraine praktisch zu einer noch größeren Spaltung gekommen“. Er betonte, dass das kirchliche Schisma „weder durch staatliche Maßnahmen überwunden werden kann noch darf. Es kann nur durch den Willen der Menschen, der gläubigen Menschen, überwunden werden.“
„Die aktuelle Situation in der Ukraine ist ganz klar keine Situation der Religionsfreiheit, kein Zustand gleichberechtigter Rechte für Gläubige verschiedener orthodoxer Konfessionen. Vielmehr handelt es sich um ein deutliches Eingreifen des Staates in kirchliche Angelegenheiten. Ich bin der Auffassung, dass die Verantwortung dafür in erster Linie bei den staatlichen Institutionen der Ukraine liegt – nicht bei irgendwelchen kirchlichen Strukturen“, betonte Kordotschkin.
„Unter keinen Umständen kann ich – weder als Priester noch als Christ – irgendeine Form von Gewalt gegenüber Kirchen oder Klöstern billigen“, sagte er. Kordotschkin betonte, dass Gemeinden das Recht haben sollten, ihre Jurisdiktion zu wechseln, doch diese Entscheidung müsse ausschließlich von den Gläubigen selbst getroffen werden.
Als besonders inakzeptabel bezeichnete er die „gewaltsame Enteignung von Eigentum – insbesondere bei Mönchen, für die ein Kloster ihr Zuhause ist“.
Im Hinblick auf die gewaltsamen Entwicklungen in der Ukraine stellte der Geistliche fest: „Wir treten nun in eine Epoche ein, in der es nicht mehr nur um kanonische, sondern auch um moralische Legitimität geht.“
Lesen Sie auch
„Orthodoxie lebt nicht vom Gefühl, sondern von der Wirklichkeit“
Priester Matthias Fröse beleuchtete den orthodoxen Alltag jenseits von Emotionen und religiöser Begeisterung
Die Kirche feiert die Beschneidung des Herrn
Die Orthodoxe Kirche erinnert an das Ereignis aus dem Evangelium, als der acht Tage alte Jesus Christus gemäß dem alttestamentarischen Gesetz beschnitten wurde.
Metropolit Isaak kündigt zum Jahresbeginn die Veröffentlichung eines neuen theologischen Werkes an
Die Antiochenisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland legt ein neues Grundlagenbuch des orthodoxen Glaubens vor.
Schloss Seyfriedsberg: Fokus auf Sicherheit und regionale Präsenz
Newsletter von Bischof Hiob berichtete über Baufortschritte, Brandschutz und Öffentlichkeitsarbeit
Metropolit Grigorije: „Gerecht ist, wer auf Gottes Stimme hört“
Predigt über Gehorsam, innere Heilung und das Hören auf Gott in der Kirche des heiligen Sava
Legalisierung der Prostitution stößt auf scharfe Kritik der Orthodoxen Kirche
Rumänisches Patriarchat weist Gesetzesinitiative als unvereinbar mit Glauben und Menschenwürde zurück