Die Kirche begeht den Karfreitag

Gemälde von W. Wereschtschagin: „Die Nacht auf Golgatha“. Foto: Wikimedia

Im Jahr 2025 fällt der orthodoxe Karfreitag auf den 18. April – einen der bedeutendsten und zugleich traurigsten Tage des Kirchenjahres. An diesem Tag gedenkt die Kirche des Leidens, der Kreuzigung und des Todes Jesu Christi.

Nach dem Evangelium erlebte der Erlöser an diesem Tag die letzten Stunden seines irdischen Lebens. Nach dem nächtlichen Verhör bei den Hohenpriestern Hannas und Kaiphas wurde Jesus am Morgen zu Pontius Pilatus, dem römischen Statthalter, gebracht. Obwohl Pilatus keine Schuld in Ihm fand, verurteilte er Jesus auf Drängen der Menge und der Hohenpriester zum Tod am Kreuz.

Jesus wurde ausgepeitscht und verspottet: Man setzte Ihm eine Dornenkrone auf, legte Ihm ein purpurnes Gewand an, schlug Ihn ins Gesicht und höhnte: „Sei gegrüßt, König der Juden!“ Danach wurde Er gezwungen, Sein Kreuz zur Hinrichtungsstätte Golgatha zu tragen, wo Er zwischen zwei Verbrechern gekreuzigt wurde.

Der Evangelienbericht erzählt, dass zur Mittagszeit, während Jesus am Kreuz hing, eine Finsternis über das ganze Land kam, die bis zur neunten Stunde (ca. 15 Uhr) andauerte. In diesem Moment rief Jesus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“, dann: „Es ist vollbracht!“ und schließlich: „Vater, in Deine Hände lege ich meinen Geist.“ Danach verschied Er.

In dem Moment, als Jesus starb, bebte die Erde, der Vorhang im Tempel von Jerusalem zerriss von oben bis unten, und viele Gerechte standen aus den Gräbern auf.

Am Abend desselben Tages erhielt Josef von Arimathäa, ein heimlicher Jünger Jesu, die Erlaubnis von Pilatus, den Leichnam vom Kreuz abzunehmen. Zusammen mit Nikodemus wickelte er den Körper Jesu in Leinentücher mit wohlriechenden Ölen und legte Ihn in ein neues Grab, das in einen Felsen gehauen war.

Gottesdienste am Karfreitag

In den Kirchen finden heute besondere Gottesdienste statt. Am Morgen werden die sogenannten „Königlichen Stunden“ gefeiert, bei denen Prophezeiungen über das Leiden des Messias sowie die Passionsberichte aus den Evangelien gelesen werden.

Am Nachmittag folgt die Vesper mit der feierlichen Aussetzung des Grabtuchs – einer Ikone des im Grab liegenden Erlösers. Das Grabtuch wird aus dem Altar getragen und in der Mitte der Kirche niedergelegt. Danach treten die Gläubigen ehrfürchtig zur Verehrung heran.

Am Abend wird die Matutin des Großen Samstags mit dem Begräbnisritus des Grabtuchs gefeiert. Dabei findet eine Prozession mit dem Grabtuch um die Kirche statt.

Am Karfreitag gilt das strengste Fastengebot. Viele Gläubige enthalten sich der Nahrung vollständig bis zur Aussetzung des Grabtuchs.

Der Karfreitag geht der Feier der Auferstehung Christi voraus, die in diesem Jahr am Sonntag, dem 20. April, begangen wird.

Zuvor hatte die Union Orthodoxer Journalisten bereits die Ereignisse der Karwoche taggenau beschrieben.

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