Orthodoxe Kirche beginnt Vorbereitungen für die Fastenzeit
J. Tissot „Zöllner und Pharisäer“. Foto: wikipedia
Die orthodoxe Kirche beginnt die Vorbereitungszeit auf die Fastenzeit, die mit dem Sonntag des Zöllners und Pharisäers beginnt. Diese besondere Zeit, die der strengsten und wichtigsten Fastenzeit im Kirchenkalender vorausgeht, soll den Gläubigen helfen, sich geistig auf die bevorstehende Reise nach Ostern vorzubereiten.
Der Sonntag des Zöllners und des Pharisäers hat ihren Namen von dem Gleichnis aus dem Evangelium, das an diesem Tag im Gottesdienst vorgelesen wird. Es erzählt die Geschichte von zwei Menschen, die im Tempel beten: der hochmütige Pharisäer, der sich mit seinen Tugenden überhebt, und der demütige Zöllner, der sich seiner Sünden bewusst ist und Gott um Erbarmen bittet. Dieses Gleichnis gibt den Ton für die gesamte Vorbereitungszeit an und erinnert die Gläubigen an die Bedeutung von aufrichtiger Reue und Demut.
In dieser Woche wird das Fasten am Mittwoch und Freitag aufgehoben, was die Unzulässigkeit des Stolzes auch bei der Einhaltung der kirchlichen Vorschriften symbolisiert. Es folgen drei weitere Vorbereitungssonntage: vom verlorenen Sohn, der Fleischentsagung (der letzte Tag des Fleischessens) und die sog. Butterwoche.
Die Fastenzeit ist eine Zeit besonderer geistlicher Arbeit, und es ist sehr wichtig, sie mit der richtigen inneren Einstellung anzugehen, sagt die Kirche. Vorbereitungswochen helfen den Gläubigen, sich allmählich auf die Fastenzeit einzulassen, ihre Bedeutung zu begreifen und sich nicht nur körperlich, sondern vor allem geistig auf sie vorzubereiten.
In den Kirchen finden in dieser Zeit besondere Gottesdienste statt, und die Geistlichen ermuntern die Gemeindemitglieder, dem Gebet, der Lektüre geistlicher Literatur und den Werken der Barmherzigkeit mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Die Fastenzeit beginnt in diesem Jahr am 3. März. Sie umfasst eine vierzigtägige eigentliche Fastenzeit, gefolgt von der Karwoche - einer besonderen Zeit, die dem Gedenken an die letzten Tage des irdischen Lebens, des Leidens, des Todes und des Begräbnisses Christi gewidmet ist. Die Fastenzeit endet am 20. April, wenn die Christen das Fest der Auferstehung Christi - Ostern - feiern werden.
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