„Bewahrt den orthodoxen Glauben“ – ROKA-Bischöfe warnen vor Säkularisierung

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Die Bischöfe der russischen Auslandskirche beim Besuch auf Schloss Seyfriedsberg, dem zukünftigen Standort des Klosters und der Diözesanverwaltung, mit der wundertätigen Gottesmutterikone von Kursk. Die Bischöfe der russischen Auslandskirche beim Besuch auf Schloss Seyfriedsberg, dem zukünftigen Standort des Klosters und der Diözesanverwaltung, mit der wundertätigen Gottesmutterikone von Kursk.

Epistel des Konzils in München ruft zu Gebet, Einheit und geistlicher Wachsamkeit auf

Das Bischofskonzil der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) hat in einer am Dienstagabend (5. Mai 2026) veröffentlichten Epistel an Klerus, Mönchtum und Gläubige weltweit zur Treue im Glauben, intensiver geistlicher Praxis und verstärktem Gebet für den Frieden aufgerufen.

In dem Schreiben, das während der Versammlung im Kloster Buchendorf bei München unter Vorsitz von Metropolit Nikolaj von Ostamerika und New York veröffentlicht wurde, beschreiben die Hierarchen eine zunehmende Säkularisierung und Orientierungslosigkeit. „Wir alle sehen, wie sich die Prozesse der Säkularisierung verstärken, wie moralische Maßstäbe verschwimmen und der Glaube in vielen Herzen schwindet“, heißt es. Gerade unter diesen Bedingungen sei es entscheidend, „die Treue zur Orthodoxie und zu den Traditionen“ zu bewahren. Die Gläubigen werden mit einem biblischen Wort aus der Offenbarung des Johannes 2,10 ermahnt: „Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben.“

In den „lichtreichen österlichen Tagen“ rufen die Bischöfe zu einem vertieften geistlichen Leben auf. Dazu gehörten „regelmäßiges Gebet, Reue, der Empfang der heiligen Mysterien, die Teilnahme an den Gottesdiensten“ sowie die Lektüre der Heiligen Schrift und der Kirchenväter. Pfarrgemeinden sollten „lebendige Gemeinschaften“ sein, Familien „Häfen christlicher Liebe“.

Mit Sorge blickt das Bischofskonzil auf die weltpolitische Lage. Es spricht von „Kriegen, Konflikten und Verfolgungen gegen Christen“ und hebt besonders den „brudermörderischen Krieg zwischen Christen hervor, die aus derselben Taufquelle der Kiewer Rus’ hervorgegangen sind“. Die Gläubigen werden aufgerufen, „das Gebet für den Frieden zu verstärken, für die Beendigung des Blutvergießens“ und für alle Leidenden einzutreten sowie „die Einheit des Geistes im Band des Friedens“ zu bewahren.

Auch ethische Fragen moderner Biomedizin greifen die Bischöfe auf. Neue Technologien gäben dem Menschen die Möglichkeit, „selbst die Grenzen von Leben und Tod zu bestimmen“, was eine „große geistliche Gefahr“ berge. Daher wurde die Einrichtung einer bioethischen Kommission beschlossen, die Klerus und Gläubigen Orientierung bieten soll.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erziehung der jungen Generation. Moderne Kommunikationsmittel, insbesondere das Internet, seien zwar fester Bestandteil des Lebens, müssten jedoch „mit Unterscheidungsvermögen und zum geistlichen Nutzen“ gebraucht werden. Zugleich warnen die Bischöfe vor einer „unbedachten und unkritischen Versenkung in die digitale Welt“, die vom inneren Leben, vom Gebet und von echter Gemeinschaft ablenken könne.

Abschließend kündigt das Konzil die Einrichtung eines Hilfsfonds für bedürftige Geistliche und ihre Familien an. Die Gläubigen in der Diaspora werden eindringlich ermahnt: „Bewahrt den orthodoxen Glauben. Folgt den Geboten Gottes. Verharrt in guten Werken“ und lasst euer Leben „zu einem lebendigen Zeugnis des Evangeliums“ werden.

Das Bischofskonzil fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Deutschen Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland statt. Zum Abschluss der Beratungen stand ein Besuch auf Schloss Seyfriedsberg, dem zukünftigen Standort des Männerklosters und der Diözesanverwaltung, an.

In den kommenden Tagen schließt sich eine internationale wissenschaftliche Konferenz an, die dem 100-jährigen Bestehen der Diözese gewidmet ist. Ihre Aufgabe ist es, den historischen Weg der Diözese umfassend nachzuvollziehen sowie aktuelle Herausforderungen und Perspektiven für ihre weitere Entwicklung zu diskutieren.



Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Saša Vračević den ZDF-Fernsehgottesdienst aus Düsseldorf zelebrierte.

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