Massive Abwanderung schwächte christliche Präsenz in Syrien
Kardinal warnte vor gesellschaftlichen Folgen und sieht Wiederaufbau als Schlüssel zum Frieden.
Der anhaltende Exodus von Christen aus Syrien ist nach den Worten von Kardinal Mario Zenari eine tiefe Wunde für das Land. Seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor etwa 15 Jahren habe rund 80 Prozent der einst etwa 1,5 Millionen zählenden christlichen Bevölkerung das Land verlassen. Wie der langjährige Vertreter des Vatikans weiter mitteilte, befinden sich nach wie vor zahlreiche Familien in der Vorbereitung auf eine Ausreise. Darüber berichtete Kirche und Leben.
Nach den Worten von Kardinal Zenari sei der Schwund der christlichen Bevölkerung nicht allein ein religiöses, sondern auch ein soziales Problem. Christen hätten traditionell eine ausgleichende Funktion zwischen den verschiedenen Gruppen der Gesellschaft ausgeübt. Vor dem Hintergrund der anhaltenden politischen und gesellschaftlichen Zerrissenheit sei ein neues Miteinander der religiösen und ethnischen Gemeinschaften unverzichtbar für die Zukunft des Landes.
Auch wenn die Lage äußerst schwierig bleibe, blicke Zenari dennoch mit Hoffnung auf das internationale Engagement und den beginnenden Wiederaufbau. Syrien sei dringend auf funktionierende Infrastruktur, medizinische Versorgung, Bildung und wirtschaftliche Chancen angewiesen. Nachhaltige Entwicklung bilde die entscheidende Grundlage für Stabilität, gesellschaftliche Aussöhnung und einen dauerhaften Frieden.
Zuvor hat die UOJ berichtet, dass Metropolit Mark eine Göttliche Liturgie in Mailand feierte und eine Auszeichnung verlieh.