Erzpriester Matthias Zierenberg: Nachfolge Christi verlangt eine Entscheidung

Erzpriester Matthias Zierenberg sprach über das tägliche Einüben des christlichen Lebens. Foto: Screenshot YouTube

Erzpriester Matthias Zierenberg sprach über das tägliche Einüben des christlichen Lebens. Foto: Screenshot YouTube

In seiner Predigt am 4. Oktober 2026 hat Erzpriester Matthias Zierenberg von der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg die Aufforderung Christi zur Nachfolge als grundlegende Lebensentscheidung dargestellt. Ausgehend von Markus 8,34–9,1 sprach er über den Verzicht auf Überflüssiges, die Bedeutung des Kreuzes und die Notwendigkeit, die Nachfolge im Alltag einzuüben. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

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Erzpriester Matthias Zierenberg verglich in seiner Predigt das christliche Leben mit einer Reise, für die man nur das Notwendige mitnehmen könne. Die Kirche bezeichnete er als „Schiff“ dieser Reise, auf der Gott den Menschen mit dem ausstatte, was er brauche. Materielle Güter, Besitz und ein auf das irdische Leben ausgerichteter Lebensstil könnten dagegen zur Belastung werden, wenn sie den Blick auf die Seele und das Leben über den Tod hinaus versperrten. Auch schlechte Einflüsse und Gewohnheiten könnten die Entscheidung für Christus erschweren.

Der Geistliche betonte, dass die Nachfolge Christi keine zusätzliche Beschäftigung neben anderen Lebenszielen sei. Christus fordere eine vollständige Entscheidung und dürfe nicht lediglich einen Platz neben Karriere, finanzieller Sicherheit, nationaler Identität oder persönlichem Wohlstand erhalten. Selbstverleugnung bedeute dabei nicht die Geringschätzung des eigenen Lebens, sondern die Überwindung des Egoismus und die Ausrichtung des eigenen Lebens auf Gott.

Erzpriester Matthias Zierenberg hob zugleich hervor, dass eine Entscheidung für Christus zwar in einem Augenblick getroffen werden könne, ihre Umsetzung jedoch Zeit brauche. Der Mensch sei Leib und Geist; deshalb müssten auch Gewohnheiten schrittweise verändert werden. Fasten, Gebet, frühes Aufstehen zum Gebet und das längere Verweilen vor Gott seien Übungen, durch die sich der Mensch allmählich an die Nachfolge gewöhne.

Zum Abschluss stellte der Erzpriester die Nachfolge als einen fortdauernden Prozess dar: Die Entscheidung müsse immer wieder erneuert werden, bis sie zur Gewohnheit und schließlich zum Charakter des Menschen werde. Die von Gott geschenkte Zeit solle deshalb bewusst für die Beziehung zu ihm genutzt werden.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die Russische Orthodoxe Kirche der Synaxis der Heiligen deutscher Lande gedachte.

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