Chor „Branko“ aus Serbien singt beim Patronatsfest in Köln
Priester Mladen Janjić während des Patronatsfestes der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Köln-Porz. Foto: UOJ
Am 26. September hat die serbisch-orthodoxe Gemeinde der Erhöhung des Heiligen Kreuzes in Köln-Porz den Vorabend ihres Patronatsfestes gefeiert. Im Rahmen der Feierlichkeiten trat die Kirchengesangsgesellschaft „Branko“ aus Leskovac in Serbien mit einem Konzert geistlicher Musik auf. Ein Korrespondent von UOJ-DE war bei den Feierlichkeiten in Köln-Porz vor Ort. Im Folgenden schildert er seine Eindrücke vom Festabend.
Am Samstagabend versammelte sich die Gemeinde der Kirche der Erhöhung des Heiligen Kreuzes in Köln-Porz zu ihrem Patrozinium, dem Fest der Erhöhung des kostbaren und lebensspendenden Kreuzes des Herrn. Auf Serbisch heißt es Krstovdan, der Kreuztag; im Gottesdienstbuch steht der ältere Name Vozdviženje
Časnog Krsta, die Erhöhung des ehrwürdigen Kreuzes. Begleitet wurde der Abend von einem Konzert der Kirchengesangsgesellschaft „Branko“ aus Leskovac in Serbien.
Fünf Brote
Um 18.00 Uhr begann die Vesper mit der Artoklasia, der Fünf-Brote-Segnung. Fünf Brote werden gesegnet, dazu Weizen, Wein und Öl, und die Zahl ist keine zufällige: Sie erinnert an die Speisung der Fünftausend. Das gesegnete Brot geht danach an die Gläubigen, ein kleines, handfestes Zeichen dafür, dass ein Fest geteilt wird und nicht nur gefeiert.
Die Geistlichen der Gemeinde vollzogen die Segnung gemeinsam mit den angereisten Gästen, im Anschluss folgte die Predigt. Im Kirchenraum standen an diesem Abend Menschen nebeneinander, die sich sonst selten begegnen: Gläubige der eigenen Gemeinde, Abordnungen anderer serbisch-orthodoxer Gemeinden mit ihren Priestern, orthodoxe Christen aus nicht-serbischen Gemeinden und Besucher, die schlicht neugierig geworden waren.
Das Konzert
Um 19.00 Uhr begrüßte Vater Mladen den Chor aus Serbien. Was dann folgte, verband Liturgisches mit Volksfrömmigkeit: Gesänge aus der Göttlichen Liturgie und bekannte geistliche Lieder der serbischen Überlieferung, darunter das Vaterunser, das Trisagion und „Strašni sud“, das Lied vom Furchtbaren Gericht, in dem der wiederkommende Herr mit den Heerscharen des Himmels besungen wird.
Die Wirkung war unmittelbar. Es gab Beifall, Zurufe, immer wieder Dank an die Sänger. Vater Mladen hielt danach eine kurze Ansprache. Er sprach davon, was diese Lieder für die serbische Tradition bedeuten und wie eng sich in ihnen Glaube und Kultur verschränken, und dankte allen, die gekommen waren. Zum Abschluss empfingen die Gläubigen die Ölsalbung und das gesegnete Brot.
Gespräche, ein Essen und ein Blick auf den Sonntag
Der Abend löste sich danach schnell auf. Für ein paar Worte blieb dennoch Zeit, und was dabei zu hören war, klang durchweg ähnlich: Es sei eine Ehre gewesen, dabei sein zu dürfen. Einzigartig. Schön. Viele sagten schlicht, sie seien glücklich, dass sie gekommen waren.
Vater Mladen nahm den Chor zu einem gemeinsamen Essen mit. Die Gäste machten sich auf den Heimweg, um Kraft zu sammeln für den nächsten Morgen: die Göttliche Liturgie zum Fest der Kreuzerhöhung.
140 Jahre Gesang aus Leskovac
Die Kirchengesangsgesellschaft „Branko“ geht auf das Jahr 1886 zurück, als sie in Leskovac als Männerchor gegründet wurde. Ihren ersten Auftritt hatte sie zu Weihnachten 1887. In der Stadt gilt sie als deren älteste Institution. Sie führt eine mit Goldfäden bestickte Fahne, und zu ihren Mitgliedern zählen heute Religionslehrer, Studierende serbischer und regionaler Musikakademien, Musikpädagogen und Liebhaber des Kirchengesangs.
Der Namensgeber
Ihren Namen trägt sie nach Branko Radičević (1824–1853), einem der bedeutendsten Dichter der serbischen Romantik. Neben Đuro Daničić war er der entschiedenste Anhänger der Sprachreform Vuk Karadžićs. Seine erste Gedichtsammlung von 1847 wies nach, dass sich auch in der Volkssprache Kunstdichtung schreiben lässt, und um diese Sache sammelte er seine Generation junger Schriftsteller. Ohne ihn wäre Karadžićs Reform kaum durchgesetzt worden. Radičević starb mit 29 Jahren in Wien. Aus der serbischen Kulturgeschichte ist er seither nicht wegzudenken.
Ein Abend, der trägt
So kam an diesem 26. September in Köln-Porz einiges zusammen: ein Chor aus Serbien, der seit fast 140 Jahren singt, eine Gemeinde, die ihren Namen vom Kreuz hat, und Gäste aus verschiedenen Gemeinden. Gesungen wurde in einer Sprache, die nicht alle im Raum sprachen, und verstanden haben es doch alle. Was an diesem Abend begann, fand seinen Höhepunkt am nächsten Morgen in den orthodoxen Kirchen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass sich Bischof Sofian von Brașov mit rund 70 orthodoxen Jugendlichen bei Dresden getroffen hat.
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