Kreuzerhöhung: Priester Konstantin Anikin rief zur Treue zum Evangelium auf

Priester Konstantin Anikin bei seiner Predigt zum Hochfest der Kreuzerhöhung in der deutschsprachigen Berliner Gemeinde des Heiligen Isidor. Foto: Screenshot YouTube

Am 27. September 2026 predigte Priester Konstantin Anikin in der deutschsprachigen Berliner Gemeinde des Heiligen Isidor der Russischen Orthodoxen Kirche zum Hochfest der Kreuzerhöhung. Er führte aus, dass das Kreuz Christi nicht nur an die Erlösung des Menschen erinnere, sondern für Christen auch eine ständige Aufforderung sei, den eigenen Glauben zu prüfen und dem Evangelium treu zu bleiben. Zugleich bezeichnete er das Kreuz als „Baum des Lebens“, dessen Frucht die Gläubigen in der heiligen Kommunion empfangen. Die Gemeinde veröffentlichte das Video der Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Mehr zum Thema 27. September – Fest der Erhöhung des Kreuzes des Herrn
Die Gläubigen erinnern an die Auffindung des Kreuzes Christi und seine Rückkehr aus persischer Gefangenschaft nach Jerusalem.

Priester Konstantin Anikin erinnerte zunächst an die Auffindung des Kreuzes Christi durch die heilige Helena, die Mutter Kaiser Konstantins des Großen. Die Freude über dieses Ereignis sei so groß gewesen, dass sein Gedenken sogar in die Ordnung der Eheschließung aufgenommen worden sei. Zugleich verwies der Priester auf den Gegensatz zwischen der Freude über die Kreuzerhöhung und dem Evangelium, das an die Kreuzigung und den Tod Christi erinnere. Durch das Kreuz habe Christus die Menschen mit Gott versöhnt und den Weg zum Reich Gottes geöffnet.

Das Kreuz sei nach den Worten des Priesters der „Baum des Lebens“. Wie der Baum des Lebens im Paradies schenke auch das Kreuz Leben; seine Frucht empfingen die Gläubigen in jeder Liturgie in der heiligen Kommunion. Der Geistliche regte dazu an, angesichts des Kreuzes immer wieder zu fragen, was jeder Einzelne tun könne, um dem Opfer Christi gerecht zu werden und die eigene Sünde zu überwinden. Das Tragen des Kreuzes sei zugleich Kennzeichen des christlichen Glaubens.

Ausgehend von der Entwicklung der frühen Kirche sprach der Priester in seiner Predigt auch über die Gefahr, dass äußere Einflüsse den Glauben verändern könnten. Christen seien aufgerufen, dem Evangelium treu zu bleiben und ihren Glauben immer wieder neu zu prüfen. Das Hochfest der Kreuzerhöhung könne deshalb Anlass sein, sich zu fragen, worin der eigene Glaube bestehe und welchen Einflüssen er ausgesetzt sei.

Zum Abschluss verwies Priester Konstantin Anikin auf die beiden mit Christus gekreuzigten Räuber. Sie stünden sinnbildlich für unterschiedliche Haltungen des Menschen gegenüber Gott: Während der eine Christus Vorwürfe mache, begegne der andere ihm mitten in seinem Leiden. Christen sollten zu den Menschen gehören, die Christus durch Dankbarkeit, Dienst und unverbrüchliche Liebe „vom Kreuz abnehmen“ und damit der Bedeutung des Hochfestes gerecht werden.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die DOM-Gesellschaft sich bei ihrer Sommertagung im Kloster Unterufhausen dem Thema der Beichte widmete.

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