Motorradfahrer störten muslimisches Freitagsgebet im litauischen Kaunas
Ein Internetvideo dokumentiert den Vorfall, bei dem ein Schweinskopf vor betenden Muslimen in Kaunas hochgehalten wurde. Foto: Screenshot Facebook
Der Vorsitzende der muslimischen Gemeinde Litauens, Mufti Aleksandras Beganskas, hat die litauische Regierung nach einem Vorfall an der Moschee im Ramybės-Park in Kaunas zu Maßnahmen zum besseren Schutz der muslimischen Gemeinschaft aufgefordert. Am Freitag, dem 11. September 2026, hatte eine Gruppe von Motorradfahrern während eines muslimischen Gebets vor der Moschee mit lauter Musik, aufheulenden Motoren und nationalistischen Parolen für Unruhe gesorgt. Die Gruppe zeigte zudem einen mitgebrachten Schweinskopf. Darüber berichtete der öffentlich-rechtliche litauische Rundfunk LRT am 14. September.
Beganskas kündigte gegenüber dem Sender an, mit Regierungsvertretern über mögliche Sicherheitsmaßnahmen sprechen zu wollen. Als eine Möglichkeit nannte er die Einzäunung des Moscheegeländes. Zugleich forderte er gesetzliche Maßnahmen gegen die Anstiftung zu Hass aufgrund von Rasse, Nationalität oder Religion. Er warnte davor, dass aus heutigen Kundgebungen künftig gewaltsame Auseinandersetzungen und Tötungen entstehen könnten.
Der Mufti lobte die Mitglieder der muslimischen Gemeinde dafür, dass sie sich nicht provozieren ließen und ihr Gebet friedlich fortsetzten. Die muslimische Gemeinschaft leiste ihren Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben, nun müsse die Regierung für ihre Sicherheit sorgen, erklärte Beganskas. „Die muslimische Gemeinschaft ist Teil Litauens. Der Islam ist Teil Litauens. Und Muslime sind Teil Litauens“, sagte er.
Zudem verlangte Beganskas eine interne Untersuchung des Polizeieinsatzes. Es müsse geklärt werden, ob die Beamten ihrer Pflicht zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit nachgekommen seien. Nach seinen Angaben fühlten sich einige muslimische Frauen während des Gebets unwohl und unsicher, nachdem ein Mann sie angeschrien und beschimpft habe.
Die Polizei des Landkreises Kaunas leitete nach Angaben ihrer Sprecherin Odeta Vaitkevičienė ein Verwaltungsverfahren wegen möglicher Verstöße gegen Vorschriften über die Organisation von Versammlungen und anderen Veranstaltungen ein. Darüber hinaus wurden Ermittlungen nach einer Vorschrift des Strafgesetzbuches aufgenommen, die die Anstiftung zum Hass gegen eine Personengruppe betrifft.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Diakon Igor Willimowski in Krefeld über die Liebe zu Gott und zum Nächsten predigte.
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