Vikarbischof Jakov kritisierte Sexualkunde-Lehrplan in Nordmazedonien
Bischof Jakov richtete sich in einem offenen Brief an Bildungsministerin Janevska. Foto: tiveriopol.mk
Der Vikarbischof Jakov von Stobi, Vikar der Diözese Strumica der Mazedonischen Orthodoxen Kirche – Erzbistum Ohrid, hat den neuen Lehrplan für Sexualkunde an nordmazedonischen Gymnasien scharf kritisiert. In einem am 6. September 2026 veröffentlichten offenen Brief an die Bildungsministerin Nordmazedoniens, Vesna Janevska, beanstandet er insbesondere, dass „Geschlecht und Geschlechtergleichstellung“ als erstes Themenfeld des 36-stündigen Wahlfachs vorgesehen ist – noch vor körperlicher Gesundheit und dem Schutz vor sexuellem Missbrauch. Der Lehrplan behandelt unter anderem Geschlecht, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck und Geschlechterrollen.
Bischof Jakov kritisiert vor allem die formulierten Lernergebnisse. Die Schüler sollten demnach unter anderem „unterstützen“, dass alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gleich behandelt werden, und „akzeptieren, dass sexuelle und reproduktive Rechte Teil der Menschenrechte sind“. Damit werde nach Ansicht des Bischofs nicht ergebnisoffen gelernt und diskutiert. „Es studiert also nicht. Es vergleicht nicht. Es berücksichtigt nicht die verschiedenen rechtlichen und ethischen Interpretationen. Es argumentiert nicht“, schreibt der Geistliche. Seine zentrale Frage lautet: „Ist das kritisches Denken? Beginnt kritisches Denken mit einer vorgefassten Meinung?“ Er kommt zu dem Schluss: „Das ist keine Bildung, das ist Training.“
Kritisch äußert sich der Vikarbischof auch zu einer dreistündigen Unterrichtseinheit über „sexuelles Verlangen, sexuelle Lust, Masturbation und die Einstellung zur eigenen Sexualität“. Er verlangt vom Bildungsministerium eine Erklärung, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage diese Inhalte und insbesondere die normative Vorgabe beruhen, wonach ein 16-jähriger Schüler bestimmte Positionen „akzeptieren“ müsse.
Bischof Jakov erinnert in seinem Schreiben außerdem daran, dass Janevska 2023 als Oppositionspolitikerin selbst gegen den Begriff „Gleichstellung der Geschlechter“ im Bildungsbereich Stellung bezogen habe. Heute finde sich dieser Begriff zusammen mit „Geschlechtsidentität“ und „Geschlechtsausdruck“ im neuen Lehrplan wieder. Der Vikarbischof wirft der Ministerin deshalb einen politischen Kurswechsel vor und fordert sie abschließend auf, das Programm zurückzuziehen. Seine Kritik versteht er nach eigenen Worten nicht als persönlichen Angriff, sondern als Einspruch gegen eine aus seiner Sicht ideologische Ausrichtung der Bildungspolitik an der Genderideologie.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei in einer neuen Videobetrachtung verdeutlichte, dass christliche Einheit nur „Einheit in der Wahrheit“ bedeuten könne.
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