Bischof Irenei in London: „Das Leben triumphiert über den Tod“
Bischof Irenei predigte in London. Archivfoto: Diözese
Bischof Irenei von London und Westeuropa der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland hat am 28. August 2026 in der Londoner Kathedrale der Geburt der Mutter Gottes und der Heiligen Königlichen Märtyrer zum Fest der Entschlafung der Gottesgebärerin gepredigt. Er stellte das Fest als Zeugnis dafür heraus, dass der Tod nicht das letzte Wort über den Menschen hat und die Auferstehung Christi den Weg zur Auferstehung der gesamten menschlichen Schöpfung eröffnet. Die Diözese veröffentlichte die Predigt auf ihrer Webseite.
In seiner Predigt erinnerte Bischof Irenei an die besondere Stellung der Gottesmutter als Mutter Christi, des „Spenders des Lebens und des Lebens selbst“. Ihr Entschlafen und ihre Bestattung seien zugleich von der Hoffnung auf das Leben geprägt gewesen. Wie die Apostel und Jünger durch das leere Grab Christi den Sieg über den Tod bezeugt hätten, so werde am Fest der Entschlafung Mariä sichtbar, dass dieser Weg auch für die Menschheit bestimmt sei.
Christus habe seine Mutter nicht dauerhaft im Grab belassen, sondern sie leibhaftig auferweckt und in die himmlischen Wohnungen aufgenommen. „Im Entschlafen verließ die Gottesgebärerin nicht die Welt, sondern ging ins Leben ein als Mutter des Lebens“, zitierte der Bischof den Festhymnus. Darin sah Bischof Irenei eine Vorwegnahme der allgemeinen Auferstehung. Die Gottesgebärerin sei von menschlicher Natur, weshalb ihre Auferweckung und Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit ein Zeugnis für das künftige Schicksal aller Menschen sei. „Nicht allein Christus ist es, der von den Toten aufersteht, sondern die gesamte menschliche Schöpfung“, betonte der Bischof. Zwar ruhten die Verstorbenen weiterhin in den Gräbern und erwarteten die Wiederkunft Christi, doch werde am Ende der Zeiten jeder Mensch von den Toten auferstehen und Gott von Angesicht zu Angesicht begegnen.
Zum Abschluss rief Bischof Irenei die Gläubigen auf, angesichts von Schwäche, Leid, weltlichen Sorgen und Verzweiflung an das Fest der Gottesmutter zu denken. Ihr Weg vom Tod zum Leben zeige, dass „das Leben triumphiert über den Tod, für den Herrn und für seine Geliebten“. Die Christen sollten deshalb schon jetzt in Vorbereitung auf die kommende Auferstehung leben und sich auf dem Weg der Buße und der Freude von der Gottesmutter zu Christus führen lassen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Konstantin Anikin in der deutschsprachigen Berliner Gemeinde des Heiligen Isidor zum Hochfest Mariä Entschlafung predigte.
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