Erzpriester Slobodan Tijanić: Mariä Entschlafung weist zum ewigen Leben

Erzpriester-Stavrofor Slobodan Tijanić predigte in Frankfurt. Archivfoto: Gemeinde

Erzpriester-Stavrofor Slobodan Tijanić predigte in Frankfurt. Archivfoto: Gemeinde

Erzpriester-Stavrofor Slobodan Tijanić hat zum Hochfest Mariä Entschlafung am 28. August 2026 in der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde der Auferstehung Christi in Frankfurt über die Bedeutung des Todes und die christliche Hoffnung auf das ewige Leben gesprochen. Das leere Grab der Gottesmutter verwies nach seinen Worten darauf, dass der Tod nicht das letzte Wort über den Menschen habe. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrer Facebook-Seite.

Erzpriester Slobodan Tijanić erinnerte daran, dass Menschen den Tod häufig als endgültiges Ende betrachteten und sich an seine vermeintliche Unausweichlichkeit gewöhnt hätten. Das Hochfest Mariä Entschlafung stelle dieser Vorstellung jedoch die Hoffnung auf die Überwindung von Tod und Vergänglichkeit entgegen. Der Tod sei aus christlicher Sicht nicht das ursprüngliche „Gesetz der Natur“, sondern eine Folge der Entfremdung des Menschen von Gott.

Als Vorbild für diesen Weg stellte der Priester die Gottesmutter Maria heraus. Ihr vorbehaltloses „Ja“ zu Gott habe einen Weg eingeschlossen, der von schweren Prüfungen geprägt gewesen sei – von der Flucht nach Ägypten bis zum Ausharren unter dem Kreuz, an dem ihr Sohn Jesus Christus starb. Unter Berufung auf den heiligen Irenäus von Lyon beschrieb der Geistliche Maria als Gegenbild zu Eva: Was Eva durch ihren Unglauben gelöst habe, habe Maria durch ihren Glauben wieder gebunden. Der Weg zur Auferstehung und zum ewigen Leben führe daher nicht am Kreuz vorbei, sondern durch die Bereitschaft, Gottes Willen auch in schwierigen Situationen anzunehmen.

Zugleich rief der Erzpriester in seiner Predigt dazu auf, die Botschaft des Festes nicht als Forderung nach menschlicher Vollkommenheit zu verstehen. Maria sei den Gläubigen vielmehr als Mutter nahe, insbesondere denjenigen, die müde, enttäuscht, verängstigt oder von Schuld und Sorgen belastet seien. Niemand müsse zunächst vollkommen werden, um zu Gott zu kommen. Entscheidend sei die Bereitschaft, sich ihm anzuvertrauen und – nach dem Vorbild der Gottesmutter – zu sagen: „Es geschehe mir nach deinem Wort.“ Mariä Entschlafung verkünde damit die Hoffnung, dass Gottes Gnade den Menschen verwandeln könne und der Tod nicht das letzte Wort habe.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Konstantin Anikin in der deutschsprachigen Berliner Gemeinde des Heiligen Isidor zum Hochfest Mariä Entschlafung predigte.

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