RBB-Reportage: Besuch im russisch-orthodoxen Kloster St. Georg

RBB-Moderatorin Leslie Nachmann im Gespräch mit Abt Daniil im russisch-orthodoxen Kloster St. Georg in Götschendorf. Foto: Screenshot RBB
Die Berliner Moderatorin Leslie Nachmann vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat für eine Reportage das russisch-orthodoxe Kloster St. Georg in Götschendorf im Nordwesten Brandenburgs besucht. Auf ihrer Suche nach innerer Ruhe und spirituellen Orten in Brandenburg begegnet sie Abt Daniil, Mönchen und Gemeindemitgliedern und nimmt an einer dreistündigen orthodoxen Liturgie teil. Die zunächst fremde religiöse Tradition eröffnet ihr dabei einen neuen Zugang zu Spiritualität und Gemeinschaft. Die ARD veröffentlichte den Beitrag am 29. August 2026 in ihrer Mediathek.
Abt Daniil, der das Kloster seit 20 Jahren leitet, berichtet Nachmann, dass derzeit fünf Mönche sowie Novizen in St. Georg leben. Die Gemeinde sei international und gemischt zusammengesetzt, unter anderem aus Menschen aus der Ukraine, Russland, Georgien und Lettland. Politik habe im Kloster keinen Platz. Entscheidend sei das friedliche Zusammenleben der Menschen. Auch Geflüchtete würden aufgenommen und in die Gemeinschaft integriert.
Besonders eindrücklich erlebt Nachmann die orthodoxe Liturgie. Obwohl ihr die Tradition zunächst fremd ist und sie das dreistündige Stehen als körperlich anstrengend empfindet, wird sie von Gesang, Weihrauch und den Ritualen zunehmend in den Bann gezogen. Eine Frau reicht ihr ein Kopftuch, sodass sie sich stärker als Teil der Gemeinde fühlt. Die Kommunion und die Gesichter der Betenden vermitteln ihr einen Eindruck von Schmerz und Erleichterung. Auch die Begegnung mit dem 19-jährigen Mykola, einem Mönch auf Probe aus der Ukraine, gibt ihr Einblick in das Leben der Klostergemeinschaft.
Die Reportage des öffentlich-rechtlichen Senders thematisiert außerdem die wechselvolle Geschichte des Klostergeländes in Götschendorf. Eine heute verfallene Villa diente während des Zweiten Weltkriegs unter anderem als Gästehaus Hermann Görings und später als Erholungsheim für Angehörige von Volkspolizei und Staatssicherheit. Seit 2006 gehört das Gelände dem orthodoxen Kloster.
Leslie Nachmann erlebt St. Georg zugleich als Treffpunkt sehr unterschiedlicher Menschen, an dem orthodoxe Spiritualität, Kunst, unkonventionelles Alltagsleben und gelebte Nächstenliebe zusammenkommen. Die ungewöhnliche Mischung aus Ritualen, Tieren, Kunst und Menschen verschiedener Herkunft erinnert sie dabei augenzwinkernd an einen Film des serbischen Regisseurs Emir Kusturica. Aus ihrer anfänglichen Fremdheit entwickelt sich schließlich ein Gefühl von Ruhe und Zugehörigkeit.
Der Besuch im Kloster beginnt in dem RBB-Beitrag ca. bei Minute 10:40.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Konstantin Anikin in der deutschsprachigen Berliner Gemeinde des Heiligen Isidor zum Hochfest Mariä Entschlafung predigte.
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