Petition fordert Entlassung von FAZ-Journalist Michael Martens

Eine auf der Plattform Change.org veröffentlichte Online-Petition fordert die Entlassung des FAZ-Journalisten Michael Martens. Foto: Screenshot Change.org

Nach der umstrittenen Frage des deutschen FAZ-Korrespondenten Michael Martens an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, was Europa tun könne, um der Ukraine zu helfen, „mehr russische Soldaten zu töten“, ist eine Online-Petition gestartet worden, die seine Entlassung fordert. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung weist die Vorwürfe gegen ihren Journalisten zurück, räumt jedoch eine missverständliche Formulierung der Frage ein, wie das Nachrichtenportal „Welt“ am 10. August 2026 berichtete.

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Auslöser der Kontroverse war eine Pressekonferenz am 8. August 2026 mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Belgrad. Dort fragte FAZ-Korrespondent Michael Martens sinngemäß, was Europa konkret tun könne, um der Ukraine zu helfen, „mehr russische Soldaten zu töten“. Die Formulierung sorgte in sozialen Netzwerken für heftige Reaktionen.

Als Reaktion wurde auf der Plattform Change.org eine Petition gestartet, die personelle Konsequenzen fordert. Die Initiatoren werfen Martens vor, mit seiner Wortwahl die Grenzen journalistischer Unparteilichkeit überschritten und gegen berufsethische Grundsätze verstoßen zu haben. Innerhalb kurzer Zeit unterstützten nach Angaben der Initiatoren mehr als 4.000 Menschen den Aufruf.

Martens verteidigte seine Fragestellung auf der Plattform X und erklärte, sie sei sachlich gerechtfertigt und notwendig gewesen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung stellte sich grundsätzlich hinter ihren Korrespondenten. Zugleich teilte die Pressestelle der Zeitung auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit, die Frage des Reporters sei missverständlich formuliert gewesen, was man bedauere. Es entspreche nicht der redaktionellen Linie der FAZ, dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten. Den Vorwurf, Martens habe zu Gewalt aufgerufen oder gegen journalistische Standards verstoßen, weist die Zeitung jedoch zurück.

Kritik kam unter anderem aus Russland. Das russische Außenministerium warf Martens vor, mit seiner Wortwahl Russen zu entmenschlichen und Hassrede zu fördern. Die Debatte über die Rolle und Sprache von Journalisten in der Berichterstattung über den Ukraine-Krieg hält damit weiter an.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die Orthodoxe Theologische Fernschule erstmals einen Ausbildungsgang für angehende Geistliche startet.

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