Christen in Sednaya sagten Kirchenfeste aus Protest gegen Repressionen ab
Die christlichen Gemeinden in Sednaya haben aus Protest gegen Verhaftungen und zunehmende Repressionen alle öffentlichen Kirchenfeste für August und September abgesagt. Im Hintergrund das Kloster Unserer Lieben Frau. Foto: Hend-s23/Wikipedia
Die christlichen Pfarreiräte der syrischen Stadt Sednaya haben aus Protest gegen die Inhaftierung mehrerer junger Christen sowie gegen Entführungen und zunehmende Schikanen alle öffentlichen Feierlichkeiten zu den kirchlichen Festen im August und September abgesagt. Darauf hat die Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International (CSI) hingewiesen, wie das katholische Nachrichtenportal CNA am 7. August 2026 berichtete.
Von der Absage betroffen sind unter anderem das Fest der Verklärung des Herrn, die Feierlichkeiten zur Muttergottes von Sednaya, das Fest der heiligen Sophia sowie das Fest der Kreuzerhöhung, das in Syrien traditionell mit Prozessionen und Feuerwerken begangen wird. Die Pfarreiräte, denen Vertreter der griechisch-orthodoxen, der syrisch-orthodoxen und der melkitisch-griechisch-katholischen Kirche angehören, verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung die ihrer Ansicht nach unbegründete Inhaftierung mehrerer junger Christen, für deren Schuld es keine Beweise und deren Haft keine rechtliche Grundlage gebe.
Hintergrund sind Vorwürfe der syrischen Führung, Christen aus Sednaya hätten während des Bürgerkriegs dschihadistische Kämpfer getötet. Nach Angaben von CSI wurden im Juni vier Männer festgenommen, die an der Verteidigung der Stadt während eines Rebellenangriffs im Jahr 2014 beteiligt gewesen sein sollen. Zudem beklagen die Pfarreiräte diskriminierende Kontrollen an der libanesischen Grenze, eine verschlechterte Sicherheitslage mit Diebstählen und Entführungen sowie Hetze und Drohungen gegen die christliche Bevölkerung in sozialen Netzwerken. Sednaya gilt mit seinen zahlreichen Klöstern und Kirchen als das geistliche Zentrum Syriens.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Stefanos Athanasiou und Priester Dejan Ristić an der Uni München einen Sammelband mit dem Titel „Europa zwischen Säkularität und christlichem Erbe“ herausgaben.
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