Die Kirche feiert die Geburt Johannes des Täufers
Orthodoxe Christen feiern am 7. Juli die Geburt des Propheten und Täufers des Herrn Johannes. Das Fest ist der wunderbaren Geburt des Vorläufers Christi gewidmet, der die Menschheit auf die Annahme des Messias vorbereitete.
Die Geschichte des größten unter den Propheten begann in der alten Stadt Hebron in der Familie des gerechten Priesters Zacharias und seiner Frau Elisabeth. Die Eheleute waren bereits hochbetagt, blieben jedoch wegen der Unfruchtbarkeit Elisabeths kinderlos, was damals im jüdischen Volk als Schande galt.
Während Zacharias im Jerusalemer Tempel den Gottesdienst verrichtete, erschien ihm der Erzengel Gabriel, der zur rechten Seite des Räucheraltars stand. Der Bote Gottes verkündete ihm, dass ihm ein Sohn mit dem Namen Johannes geboren werde, der „groß vor dem Herrn“ sein und viele der Söhne Israels zu Gott bekehren werde. Der Priester zweifelte an der Weissagung und verwies auf sein hohes Alter und das Alter seiner Frau. Für diesen Unglauben wurde Zacharias vom Erzengel bis zu dem Tag mit Stummheit geschlagen, an dem sich das Gesagte genau erfüllen würde.
Bald darauf empfing Elisabeth, und im sechsten Monat ihrer Schwangerschaft besuchte sie ihre Verwandte, die Jungfrau Maria. Die Allerheiligste Gottesgebärerin hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Botschaft empfangen, dass sie Mutter des Erlösers werden würde. Sobald Maria Elisabeth begrüßte, hüpfte das Kind Johannes im Mutterleib und verehrte Christus noch vor seiner Geburt. Erfüllt vom Heiligen Geist nannte Elisabeth als erste unter den Menschen Maria die Mutter des Herrn.
Als die Zeit gekommen war, gebar Elisabeth einen Sohn. Am achten Tag versammelten sich die Verwandten zur Beschneidung und Namensgebung. Die Anwesenden wollten das Kind nach seinem Vater Zacharias nennen, doch seine Mutter erklärte entschieden: „Er soll Johannes heißen.“
Die Verwandten wunderten sich, denn niemand in ihrer Familie trug diesen Namen, und sie wandten sich mit Zeichen an den stummen Vater. Zacharias nahm ein Täfelchen und schrieb dieselben Worte: „Johannes ist sein Name.“ In diesem Augenblick lösten sich die Fesseln seiner Stummheit, und der Priester begann zu sprechen und über den kommenden Messias sowie über den Dienst seines Sohnes zu weissagen.
Der Knabe Johannes wuchs in der Wüste auf und blieb dort bis zu seinem öffentlichen Auftreten. Er übte sich im Gebet und in strengem Fasten und bereitete sich auf seinen großen Dienst vor: das Volk zur Umkehr zu rufen und das nahe Kommen des Erlösers der Welt zu verkünden.
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